Keller
Die Kelleranlage von Znojmo nad Dyji / Znaim an der Thaya ist im Gegensatz zum Weinkeller von Retz in Niederösterreich nicht in Lößboden gegraben, sondern in den massiven Felsuntergrund der Stadt.

The basement plant of Znojmo nad Dyji / Znaim at the Thaya is unlike the wine cellar in Retz in Niederoesterreich not dug into loess ground, but into the massive rock subsoil of the city.

 

Im Hof des gelben Hauses im Eck liegt der Zugang und die Kasse für die Kellerführung. Die Führung endet in einem Haus in der Obrokova-Straße.

In the court of the yellow house in the corner the entrance and the cash box for the basement management lies. The leadership ends in a house in the Obrokova-Street.

Trotz der aus heutiger Sicht primitiven Bergbaumethoden reichen die Kelleranlagen auf einer Fläche von 35 bis 40 Hektar bis zu drei Stockwerke tief in den Boden.

Unklar ist, ob die im 14. Jahrhundert begonnenen Arbeiten an den unterirdischen Anlagen der Verteidigung der Stadt an der Grenze, also militärischen Zwecken, diente oder ob der Handelsstadt dadurch Lagerraum für Obst, Gemüse, Getreide und Wein geschaffen werden sollte.

Ausserdem wurden die unterirdischen Gänge für die Wasserversorgung von Znojmo / Znaim genutzt. Für die Jesuitenwasserleitung musste ein eigener Stollen etwa einen Kilometer weit aus dem Stadtgebiet hinaus gebaut werden.

Zwischen 1963 und 1965 begann man mit der Erforschung des unterirdischen Znaims und begann, den Untergrund von Znojmo zu sanieren und zu sichern. Dazu mussten grosse Mengen an Beton verwendet werden, so dass eine Kellerführung leider den Charme einer Bunkerbesichtigung hat.

Wer sich dafür interessiert: in der Nähe des Rathausturmes zweigt von der Obrokova-Straße ein schmales Gassel ab (es gibt einen Wegweiser), das zu dem kleinen Platz auf dem oberen Foto führt. Sie müssen aber auf den Beginn der jeweiligen Führungen achten!

In spite of the mountain construction methods primitive from present viewpoint the basement plants reach on a face into the ground from 35 to 40 hectares of up to three storeys deeply.
Unclear is, whether the works begun in the 14th century at the underground plants of the defense of the city at the boundary, therefore military purposes, served or whether storeroom should be created to the commercial town by that for fruit, vegetable, grain and wine.
In addition the underground walks were used for the water supply by Znojmo / Znaim. For the water pipe of the Jesuiten monks an own tunnel had to be built about a kilometer far from the town area out.
In between 1963 and 1965 one began with the exploration of the underground Znaims and began to renovate the subsoil of Znojmo and to safeguard the subsoil of Znojmo. Large amounts of concrete had to be used to that so that a basement management has the charm of a bunker inspection unfortunately.
Who is interested in that: near the city hall tower a narrow lane branches off from the Obrokova-Street (there is a guide), that leads to the small place on the upper photograph. They must pay attention to the beginning of the respective leadership, however!

Achten Sie da unten ja auf Ihre Führerin! Auch wenn diese möglicherweise nur tschechisch spricht: ohne diese kommen Sie da nie wieder raus!

Pay attention to your leader there below! Also when these speaks possibly only Czech: without these you come there never again from that!

Daran, dass es in der Unterwelt von Znojmo nad Dyji / Znaim an der Thaya so gruselig ist, sind natürlich Geister schuld. Mit Glück kann man sie fotografieren!

At its being so weird in the underworld from Znojmo nad Dyji / Znaim on the Thaya-river spirits are of course guilty. With luck one can photograph them!
 

Nicht sehr romantisch ist das Folgende, auch wenn es sich ebenfalls in der Unterwelt einer Stadt befindet. Als Quelle diente mir eine Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines.

„Znaim liegt in mäßig coupiertem Hügellande, das aber von tief eingerissenen Tälern, wie das Thaya- und das Jaispitzbachtal, durchschnitten wird. Die Gesteine der Urgebirgsformation, gneis und Granit, treten überall zutage. Znaim hat gegenwärtig zirka 14.000 Einwohner und besitzt eine wenig ergiebige Trinkwassser- (300 m3 pro Tag) sowie eine Nutzwasserleitung. Letztere entnimmt der Thaya mittels eines Pumpwerkes bis 1200 m3 täglich. Vor Inangriffnahme der Neukanalisation besaß die Stadt Kanäle aus Bruchstein- und Ziegelmauerwerk, deren Anfänge in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts zurückreichen. Aus ihren Ausmündungen stürzt das Kanalwasser über den hohen und steilen Flußrand in die Thaya. Das Wachstum der Stadt verlangte den Ausbau der Kanalisation, welcher im Jahre 1887 nach dem Schwemmsysteme in Angriff genommen wurde und 7000 m Kanäle umfaßte. Beim sogenannten Brucker-Wehre machten sich namentlich im Sommer und zur Zeit des Niederwasssers Gährungserscheinungen, Ausdünstungen, Geruchsbelästigungen usw. bemerkbar, die zu Beschwerden des k. u. k. Militärärars und der Bewohner flußabwärts gelegener Ortschaften Veranlassung gaben. Hiedurch trat die Reinigung der Abwässer in den Vordergrund.

Der Vortragende hat im Jahre 1899 mit Rücksicht auf den damaligen Stand der Abwasserreinigungsfrage geraten, mit dem endgültigen Ausbau einer Kläranlage zuzuwarten, indessen aber die mechanische Reinigung des Abwassers zu versuchen. Im Jahre 1902 erstattete Professor Dr. Max Gruber ein Gutachten, dahingehend, daß zur Sanierung der bestehenden Übelstände die mechanische Reinigung der Abwässer vollkommen ausreichend und die Einleitung der von den suspendierten Stoffen gereinigten Abwässer mit Rücksicht auf die Wassermenge der Thaya, welche auch bei den kleinsten Wasserständen eine 40fache Verdünnung gewährleistete, unbedenklich sei. Nun wurde die Firma N. Rella & Neffe mit der Ausarbeitung eines Projektes für die Reinigung der Abwässer betraut. Gleichzeitig erfolgte auch die Projektierung des weiteren Ausbaues der bestehenden Kanalisation, aus welcher die Anordnung eines Sammelkanales am Thayaufer hervorgehoben werden soll, durch welche die erwähnten Abstürze der Kanalwässer beseitigt und die Abwässer der neuen Kläranlage zugeführt werden sollten. Bei der im Jahre 1905 ausgeführten mechanischen Kläranlage wurden die von Baurat Steuernagl bezüglich der Anlagen in Hannover und Kassel festgelegten Grundsätze berücksichtigt (Mitteilungen der königl. Prüfungsanstalt zu Berlin 1902). Die Znaimer Kläranlage besitzt einen Sandfang, von welchem aus ein Zulaufkanal zu drei Flachbecken führt. Die Becken sind 30 m lang, im Mittel 2,8 m breit und 2 m tief. Geeignete Schützenvorrichtungen ermöglichen die Ausschaltung jedes einzelnen Beckens. Mittels einer Pumpenanlage kann der Schlamm aus den Schlammsümpfen in die Schlammbecken befördert oder bei Bedarf nochmals in den Zulaufkanal zurückgepumpt werden. Hiebei sind die Einrichtungen derart getroffen, daß die Reinigung der einzelnen Becken ohne die geringste Betriebsstörung vorgenommen werden kann.

Die Menge des Trockenabflusses aus der Kanalisation wurde im Jahre 1899 mit 780 m3 pro 24 Stunden gemessen. Mit Rücksicht auf die aus der Wasserleitung zur Verfügung stehende Wassermenge wurde bei der Projektsverfassung mit 1400 m3 Abfluß bei vierfacher Verdünnung gerechnet und das Stundenmaximum mit 6 % angenommen. Sind zwei Becken im Betriebe, so ergibt sich bei Trockenablfuß eine Klärgeschwindigkeit von 4 mm, bei vierfacher Verdünnung eine solche von 16 mm. Steigt der Abfluß in Zukunft auf 3500 m3 pro Tag und stehen drei Becken im Betriebe, so erhöht sich die Klärgeschwindigkeit auf 5 mm für Trockenabfluß und auf 20 mm für vierfache Verdünnung. Die Geschwindigkeit des Abwassers in der Kläranlage wird demnach nach allen bisherigen Erfahrungen einen Reinigungseffekt von 50 bis 70 % der suspendierten Stoffe gewährleisten. Die bereits ausgeführten chemischen Untersuchungen haben dies nicht nur bestätigt, sondern obige Resultate bei weiten übertroffen.

Die Reinigung der Becken, bezw. das Absaugen des Schlammes, erfolgt je nach der Jahreszeit in Intervallen von 3 bis 8 Tagen. Nachdem Schlamm und gereinigtes Abwasser die Anlage verlassen, bevor Gährungsprozesse eintreten, haben sich bisher in der Umgebung keinerlei Übelstände bemerkbar gemacht. Dies ist auch mit Rücksicht auf die Selbstreinigung des Flusses von Wichtigkeit. Der Schlamm wird mittels einer Rohrleitung in außerhalb der Stadt gelegene Schlammbecken gebracht, mit Straßen- und Hausmüll kompostiert und schließlich in der Landwirtschaft verwendet. Die Kosten der Kläranlage samt maschineller Einrichtung, Sandfang, 1500 m langer Schlammrohrleitung und Schlammbecken, stellten sich auf K 90.000. Die Kanäle, deren Gesamtlänge heute ungefähr 16 km beträgt sowie die Kläranlage sind in Stampfbeton, bezw. Eisenbeton hergestellt, für welche Ausführungsart sich in Znaim vorzüglich geeigneter Sand- und Flußschotter vorfindet. Die Erbauung dieser Anlage, durch welche die sanitären Verhältnisse Znaims wesentlich verbessert wurden, ist ein besonderes Verdienst der gegenwärtigen Stadtvertretung mit dem Bürgermeister Landtagsabgeordneten Dr. Homma an der Spitze.“

 

(Vortrag, gehalten von Ingenieur Ludwig Roth am 12. Dezember 1906 vor der Fachgruppe für Gesundheitstechnik des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, veröffentlicht in der Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines vom Freitag, den 15. Februar 1907)

 

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