Brief des Ortsbetreuers der Heimatgemeinde Frain an der Thaya:

Rudolf Hauer                                                                                                  im Januar 2005

 

Liebe Frainer, liebe Landsleute,

 

unser Landsmann, Adolf Neunteufel, der mehrere Jahre Ortsbetreuer von Frain war, ist im Jahr 2003 verstorben.

Seither ist dieses Amt verwaist.

Im letzten Jahr bin ich mehrfach darauf angesprochen worden, diese Aufgabe zu übernehmen.

Ich bin in den zurückliegenden Jahren wieder in engeren Kontakt zu einigen „alten Frainern“ gekommen. Bei diesen Begegnungen entstand bei mir der Eindruck und das Gefühl, dass bei uns allen noch eine starke Beziehung zur alten Heimat vorhanden ist, die uns auch untereinander verbindet. Deshalb habe ich mich bereit erklärt und bin am 1. Oktober 2004 durch den Betreuer des Kreises Znaim zum Ortsbetreuer für die Heimatgemeinde Frain an der Thaya berufen worden.

Leider sind mir keinerlei Unterlagen über die Arbeit der bisherigen Ortsbetreuer übergeben worden. Ich werde deshalb versuchen, zunächst eine Adressdatei über die noch lebenden Frainer und deren jetzigen Wohnort zu erstellen.

Dazu kann ich mich auf Unterlagen stützen, die von unserem Landsmann, Kommerzialrat Wilhelm Anderle, im Zusammenhang mit dem von ihm und Walter Schmidt verfassten und verlegten Buch „Frain einst die Perle im Thayatal“ recherchiert und erstellt worden sind.

Ich hoffe, dass ich mit Ihrer Unterstützung daraus wieder eine möglichst vollständige Adressdatei zusammenstellen kann.

Gleichzeitig bitte ich Sie, mir aktuelle Informationen über unseren Heimatort, über unsere Landsleute, aber auch über die Nachbarschaft auf der österreichischen Seite, wo wir unmittelbar nach der Vertreibung Zuflucht fanden, zukommen zu lassen.

Ich werde darüber in der Zeitschrift „Der Südmährer“ berichten, um alle Interessierten wieder mit neueren Nachrichten zu versorgen. In dieser Zeitschrift erscheinen monatlich auch die Geburtstage und Sterbefälle unserer Landsleute.

Auch hierzu wäre ich für Ihre Mithilfe dankbar.

 

Und nun noch eine wichtige Ankündigung.

Auf Vorschlag von W. Anderle und A. Wolf wurde in Felling, an der alten Straße nach Pomitsch, ein Gedenkstein errichtet. Der Stein wird mit einer Tafel versehen, die an unsere Vertreibung aus Frain im Mai 1945 und die Aufnahme in der heutigen Großgemeinde Hardegg erinnern soll.

Dieser Gedenkstein wird anlässlich des 60. Jahrestages der Vertreibung, voraussichtlich in der Woche vom 23. bis zum 29. Mai 2005, offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Dazu sind alle Frainer herzlich eingeladen und mehrere haben ihr Kommen bereits zugesagt.

Vielleicht wollen auch Sie mit dabei sein.

In diesem Fall bitte ich Sie, mir baldmöglichst eine Nachricht zukommen zu lassen.

Eventuell kann bei genügender Beteiligung auch eine Bus-Fahrt organisiert werden.

Der endgültige Termin wird den Interessenten rechtzeitig bekannt gegeben.

 

Ihre Nachrichten können Sie mir per e-Mail: Rudolf.Hauer@t-online.de zukommen lassen. Über jede Art der Kontaktaufnahme würde ich mich sehr freuen.

 

Für heute grüßt Sie herzlich

 

Ihr Rudolf Hauer

 

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