KRIEGSGEFANGENENLAGER SIGMUNDSHERBERG 1915 - 1918 (Niederösterreich)

 

 

Das Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg war eines der größten der Donaumonarchie während des Ersten Weltkriegs.

 

Planung

 

Eigentlich forderte eine Zeitung, dass bei Sigmundsherberg im Waldviertel (Niederösterreich) ebenso wie in Gmünd (Niederösterreich) ein Lager für Kriegsflüchtlinge aus Galizien und Ungarn errichtet werden solle.

 

Das Kriegsministerium in Wien entschied aber anders und beschloss am 11.Juni 1915 die Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers. Die Kapazität sollte ausreichen für 20.000 gefangene Soldaten und 200 Offiziere. Bereits am 5. Juli sollte mit der Belegung begonnen werden können.

 

Am 14. Juni besichtigte eine Kommission das ins Auge gefasste Areal. Dieses wurde aber zugunsten einer günstiger gelegenen Fläche abgelehnt und schon am 19. Juni 1915 zwischen dem k. u. k. Kriegsministerium und den Grundeigentümern die Pachtverhandlungen für zunächst zwei Jahre begonnen. Über die Höhe der Pacht kam es allerdings zu Unstimmigkeiten.

 

Die Finanzierung der Errichtung des Lagers übernahm die Ungarische Bank- und Handels-Aktiengesellschaft. Das Lager sollte 68 Baracken für das österreichische Personal und 326 Baracken für die Kriegsgefangenen umfassen. Durch die Finanzierung aus Ungarn kamen auch Arbeiter und Firmen aus Ungarn hier zum Einsatz.

 

Die ersten Pläne für das Lager sahen eine Belagszahl von 30.000 Gefangenen vor, im August allerdings beschloss das Ministerium eine Erhöhung auf 40.000 Mann.

 

Errichtung

 

Der erste russische Bautrupp hatte die Stärke von ca. 1.500 – 1.800 Mann. Für Materialtransporte wurden Bauern aus der Umgebung engagiert. Ein Ende August 1915 fertig gestellter Gleisanschluss des Lagers erleichterte die Transportarbeiten wesentlich. 1916 begann man mit der Errichtung von Nebenlinien innerhalb des Lagergeländes.

 

Die Unterkunftsbaracken wurden in sieben Wohngruppen, welche innerhalb des Lagergeländes noch einmal eingezäunt waren, zusammengefasst. Diese Wohngruppen mit meist 21 Wohnbaracken verfügten über zwei Küchen, einen Speisesaal und einige zusätzliche Gebäude.

 

Im Frühjahr 1916 waren Werkstätten und Magazine fertig, Straßen- und Wasserleitungsnetz gut ausgebaut und auch die Ausstattung der Wohngruppen war fertig gestellt.

 

Betrieb

 

Russische Kriegsgefangene

 

Mit der Fertigstellung des KGL Sigmundsherberg wurden die russischen Gefangenen in andere Lager (Mannschaften nach Wieselburg und Spratzern, Offiziere nach Hart bei Amstetten, Purgstall an der Erlauf und ebenfalls Wieselburg) abtransportiert. Denn im Mai 1915 war das Königreich Italien, mit dem Österreich-Ungarn und das Deutsche Kaiserreich eigentlich verbündet waren, dem Bündnis untreu geworden und hatte Österreich angegriffen: Und jetzt brauchte man ein Lager für die kriegsgefangenen Italiener.

 

Bereits am 9. Juni 1916 war das Lager Sigmundsherberg bis auf 140 Russen geleert. Diese waren zu Erhaltungsarbeiten an der Franz-Josefs-Bahn zwischen Gmünd und Sigmundsherberg eingeteilt, sollten aber so bald als möglich durch Italiener ersetzt werden.

 

Italienische Kriegsgefangene

 

Gleichzeitig mit der Verlegung der Russen trafen schon Transporte von der italienischen Front ein. Am 18. Juni war das Lager voll belegt. Am 3. Oktober 1916 betrug der Evidenzbestand an Kriegsgefangenen bereits 56.000 Mann.

 

Schwierigkeiten bereitete die große Anzahl gefangener Offiziere. Im KGL Sigmundsherberg war nur Platz für 450 Offiziere vorgesehen. Da diese im Gegensatz zu den einfachen Soldaten nicht in Schlafsälen, sondern in Einzelzimmern untergebracht wurden, herrschte bald Platzmangel in der Offiziersabteilung. Mehrfach mussten für Neuankömmlinge zusätzliche Quartiere errichtet werden.

 

Mit den Gefangenen aus Italien stieg auch der anfallende Brief- und Paketverkehr mit der Heimat und dies brachte die Post- und Zensurabteilungen in arge Bedrängnis. Sie mussten ebenfalls mehrfach personell verstärkt werden.

 

Im Jahr 1917 begann sich die Situation im Lager zuzuspitzen.

 

Der allgemeinen Ernährungslage in der Donaumonarchie entsprechend standen auch im Lager Sigmundsherberg hauptsächlich nur noch Rüben auf dem Speiseplan. Eine Kost, die durch ihre Unausgewogenheit der Gesundheit der Gefangenen nicht sehr zuträglich war.

 

Ursprünglich waren die kriegsgefangenen Italiener gesund, gut genährt und ordentlich bekleidet. Doch die Gefangenen der 12. Isonzoschlacht waren ausgehungerte, erschöpfte und schlecht bekleidete Männer aus den südlichen Regionen des Landes.

 

Dem Lager zusätzlich zugeteilte Aufgaben wie der Betrieb einer Paketsammel- und Sortierstelle beanspruchte viel Platz, der für die ordnungsgemäße Unterbringung der Gefangenen fehlte. Die Paketsammel- und Sortierstelle hatte die Aufgabe, die für die Kriegsgefangenen aus Italien, Serbien, Rumänien, Monte Negro und England kommenden Pakete in Empfang zu nehmen, zu sortieren und an die entsprechenden Gefangenenlager beziehungsweise Arbeitsplätze weiterzuleiten.

 

Eine zur Lagerkirche umgebaute Baracke, die Einrichtung eines Lagertheaters und von Kursräumen (Gefangene unterrichteten hier ihre Kameraden) verhinderten zwar einen „Lagerkoller“, verschärften aber die Platznot in den Baracken, die man zum Teil mit Stockbetten mit drei Etagen zu beheben versuchte.

 

Die steigende Zahl von verwundet oder krank eingelieferten Gefangenen machte eine Ausdehnung des Lagerkrankenhauses nötig, was wieder zu Lasten der Aufnahmekapazität ging.

 

Während der warmen Jahreszeit hatte sich die Lagerleitung bemüht, die Gefangenenzahl im Lager selbst dadurch zu senken, indem sie Gefangenen an auswärts gelegene Arbeitsplätze zu vermitteln. So war etwa eine große Anzahl italienischer Kriegsgefangenen an der Errichtung der Floridsdorfer Hochbahn in Wien als Bauarbeiter beteiligt. Doch mit Beginn der kalten Jahreszeit kehrten die saisonbedingt nicht mehr benötigten Arbeitskräfte oft ebenfalls unterernährt in ihr Stammlager zurück.

 

Der große Zustrom an Gefangenen sorgte außerdem noch dafür, dass die Seuchenprävention an den Rande des Zusammenbruchs geriet und die Ausbreitung von Epidemien drohte.

 

Früher als sonst üblich waren im Herbst die Temperaturen gesunken und hatte damit die Heizperiode begonnen. So sah sich die Lagerverwaltung gezwungen, mit den Heizmaterialien zu sparen, was sich in den zugigen Holzbaracken sofort bemerkbar machte und bei den geschwächten Männern Krankheiten auslöste oder verstärkte. Die Sterblichkeitsrate im Lager erhöhte sich. Ab dem Jahr 1918 mussten aus Mangel an Kleidung die Toten nackt in ihren Särgen beerdigt werden, ihre Kleider wurden weiter verwendet.

 

Im Jänner 1918 war das Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg mit rund 7.000 Mann überbelegt. Von der Zensurstelle abgefangene Briefe der Gefangenen haben immer wieder den Hunger, die Kälte und den Tod zum Thema.

 

Das Lagerkommando appellierte dringend an das Kriegsministerium, keine weiteren Kriegsgefangenen zu schicken. Auch die Bitten, keine weiteren Offiziere (denen bessere Unterbringung zustand) mehr nach Sigmundsherberg zu verlegen, blieben ungehört.

 

Der im KGL Sigmundsherberg gefangene italienische General Rocca machte in einem gemeinsamen Brief mit zwei Stabsoffizieren an das österreichische Kriegsministerium auf die Lage der Gefangenen aufmerksam.

 

In seiner Antwort verantwortete sich das Kriegsministerium mit der allgemeinen Kriegsnot und dem Verhalten der Kriegsgefangenen selbst (Vandalismus), in einem Brief an die Lagerverwaltung wurde allerdings eingestanden, dass die Beschwerden zu Recht bestanden. Die Leistung der Lagerverwaltung wurde in Anbetracht der allgemeinen Lage aber gewürdigt.

 

Erst im April 1918 besserte sich die Lage, als endlich die für Sigmundsherberg vorgesehenen Gefangenentransporte (Mannschaften und Offiziere) nach Braunau am Inn umgeleitet wurden. Trotzdem hatte die Lagerverwaltung rund 120.000 Gefangene in Evidenz, von denen sich allerdings rund 100.000 Mann außerhalb des Lagers befanden.

 

Eine weitere Verbesserung der Situation brachte der im März 1918 beginnende Invalidenaustausch. Invalide Kriegsgefangene wurden entweder direkt von Sigmundsherberg nach Italien transportiert oder ins KGL Mauthausen gebracht und von dort nach einer ärztlichen Kontrolle in die Heimat transportiert.

 

Der Frieden mit Russland sorgte für eine ungewöhnliche Situation. Durch den Abtransport der russischen Gefangenen in ihre Heimat wurden zahlreiche für den Krieg wichtige Arbeitsplätze frei und diese sollten laut Erlass des Kriegsministeriums (23. Mai 1918) mit Italienern nachbesetzt werden. Im Lager Sigmundsherberg wurden die arbeitsfähigen Krieggefangenen zu wenig.

 

Machtwechsel

 

Dass am 1. November 1918 eine große Anzahl der Wachsoldaten, die noch anstandslos ihren Dienst angetreten hatten, fahnenflüchtig geworden waren, wurde erst bemerkt, als bekannt wurde, dass Offiziere und Soldaten der Italiener durch das Lager marschierten. Der österreichische Lagerkommandant Oberst Buresch ging ihnen entgegen, aber ihm blieben nur noch Verhandlungen. Das Verschwinden der Wachmannschaft hatte ihn aller Möglichkeiten beraubt, seine Kommandogewalt durchzusetzen. Die Italiener übernahmen das Kommando.

 

Italienische Soldaten traten die Lagerwache an und italienische Offiziere patroullierten durch die umliegenden Dörfer, um eventuelle Exzesse durch italienische Soldaten zu verhindern. Obwohl es ruhig blieb und keine besonderen Vorkommnisse zu melden waren, kam allerdings das Gerücht auf, 12.000 Soldaten aus Italien hätten das nahe gelegene Horn (Niederösterreich) gestürmt und in Schutt und Asche gelegt.

 

Einige Kanzleien der Lagerverwaltung waren aufgebrochen und durchwühlt und die Telefonanlage beschädigt worden, doch konnte nicht eruiert werden, ob Soldaten aus Österreich oder Italien dafür verantwortlich waren.

 

Meldung über diese Vorgänge wurde erst am 2. November an das Kriegsministerium erstattet. Dort aber war man mit dem Krieg und den Waffenstillstandsverhandlungen und dem Knirschen im Gebälk der zusammenbrechenden Monarchie so sehr beschäftigt, dass die Hilferufe des Lagerkommandanten Buresch ungehört blieben, der gemeinsam mit seinen Offizieren die Stellung hielt, „um die österreichischen Interessen zu wahren“.

 

Wieder wurde verhandelt, aber ohne bewaffnete Truppen an seiner Seite war Oberst Buresch machtlos. Die komplette Lagerverwaltung wurde von den Italienern übernommen, die sich zu freien Soldaten erklärten.

 

Am 3. November wurde der Waffenstillstand mit Italien unterschrieben, der am 4. November 1918 in Kraft trat.

 

In einem Brief vom 7. November an das Kriegsministerium ersuchte Oberst Buresch für die österreichischen Offiziere um die Erlaubnis, das Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg verlassen zu dürfen, da ihre Anwesenheit unter den herrschenden Umständen unnütz sei. Außerdem kümmerten sie sich ohnehin fast nur noch um ihre eigenen Angelegenheiten und waren ihm keine große Hilfe mehr.

 

An den italienischen Kommandanten appellierte er, die Diebstähle von Lebensmitteln und sonstigen Ausrüstungsgegenständen durch die österreichische Zivilbevölkerung zu verhindern.

 

Große Hoffnung setzte Oberst Buresch in die neu gegründete Volkswehr, doch deren Angehörige ignorierten ihn.

 

Unterdessen liefen die Abtransporte italienischer Soldaten in ihre Heimat weiter. Zwischen dem 4. und 8. November verließen 800 Offiziere und 15.000 Soldaten Sigmundsherberg Richtung Heimat. Die sinkende Zahl der Italiener ließ bald eine schlechtere Bewachung des Lagers und dadurch wieder mehr Diebstähle durch Zivilisten erwarten.

 

Oberst Buresch, der zwischen Pflichtbewusstsein und Resignation schwankte, forderte vom Kriegsministerium Soldaten an, um das Lager bewachen zu können. Falls sein Ansuchen nicht erfüllt werden sollte, würde er sich krank melden. Eine Antwort ließ auf sich warten.

 

Am 11. November blieb Oberst Buresch enttäuscht in seinem Privatquartier. Noch wollte er Sigmundsherberg nicht verlassen für den Fall, dass er doch noch etwas tun könnte. Eine telefonische Nachricht vom 12. November 1918 teilte Oberst Buresch mit, dass er Sigmundsherberg nicht zu verlassen und das Lagerkommando weiterzuführen habe.

 

Dagegen protestierte der italienische Lagerkommandant, Oberst Menna, der sich als „kommandierender Oberst des königlich italienischen Detachements in Sigmundsherberg“ bezeichnete, denn er könne das Existieren von zwei Kommandos nicht zulassen. Sehr wohl aber könne er die Anwesenheit eines Vertreters der österreichischen Regierung in Sigmundsherberg akzeptieren, solange dieser seine Macht und Tätigkeiten nicht störe.

 

Der Deutsch-Österreichische Nationalrat anerkannte die zu kriegsführenden Truppen ernannten ehemaligen Kriegsgefangenen an und ermöglichte auf Verlangen von Oberst Menna sogar eine drahtlose Verbindung mit der Obersten Italienischen Heeresleitung.

 

Die im Lager vorhandenen Lebensmittel wurden von den Italienern als Kriegsbeute angesehen. Man wollte aber die Not leidende österreichische Bevölkerung nicht übergehen und so wurde alles Entbehrliche dem italienischen und österreichischen Roten Kreuz gespendet. Außerdem wurde nachgeforscht, wie viele italienische Soldaten sich in österreichischen Spitälern befanden, um auch sie zusätzlich mit Lebensmitteln zu versorgen.

 

Im Lager hatte ein schwungvoller Handel mit Lebensmitteln aus den Vorräten des Lagers eingesetzt und Teile der Umzäunung waren abmontiert und verkauft worden. Die 150 Mann Volkswehr waren zu wenig, um diese Tätigkeiten zu unterbinden. Allerdings zog sich nun Oberst Menna den Unwillen seiner Soldaten zu. Durch sein Beharren auf ein Verbleiben in Sigmundsherberg als italienischen Stützpunkt verzögerte er den Heimtransport seiner Männer.

 

Für die österreichischen Behörden bot sich ein unübersichtliches Bild. Trotzdem wurde im Dezember 1918 ein Liquidierungskommando losgeschickt, das die Auflösung des Lagers vorbereiten sollte. Allerdings hatten die Österreicher keinen Zugriff auf die Lebensmittel – diese wurden als italienische Kriegsbeute betrachtet – sowie Holz- und Kohlevorräte und weitere im Lager befindliche Ausrüstungsgegenstände.

 

Langsam, aber sicher gelang es dem Liquidierungskommando unter Major Novak aber doch, die Kreise von Oberst Menna einzuengen und die gestellte Aufgabe zu erfüllen.

 

wieder österreichisch

 

Am 2. Jänner 1919 übernahmen wieder die Österreicher das Kommando im Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg.

 

Oberst Menna und seine Männer verließen Sigmundsherberg am 2. und 3. Jänner 1919. Zurück blieben nur drei italienische Offiziere, die dem neuen österreichischen Lagerkommandaten, Oberstleutnant Sieba, das Lager übergeben sollten.

 

Zu teilweise großen Schwierigkeiten kam es wegen während des italienischen Kommandos verloren gegangener Unterlagen, doch trotzdem gelang es innerhalb von einem Monat eine genaue Inventarliste zu erstellen und die Vorbereitungen für die Sachdemobilisierung zu treffen. Die allerletzten Italiener verließen Sigmundsherberg am 14. Februar und am 20. Februar 1919 wurde das Lager der Hauptanstalt für Sachdemobilisierung übergeben.

 

Nutzlos gewordene Inventarteile wurden zum Teil verschiedenen Institutionen zugeteilt (Die Ausstattung von Schlacht- und Kühlhaus sowie die Bäckerei kam an Spitäler in Wien.) oder zum Verkauf angeboten. Dabei ging es um Kleinteile wie Nägel und Schrauben genau so wie um ganze Baracken. Besonders beliebt bei der Bevölkerung der umliegenden Dörfer waren die Gummiräder für Flugzeuge aus dem Flieger-Arsenal. Diese Räder wurden meist für Scheibtruhen verwendet.

 

Ende 1919 war nicht nur dieses Jahr, sondern auch das Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg im Waldviertel traurige Geschichte.

 

 

Lagerfriedhof

 

Die ersten neun verstorbenen Gefangenen wurden noch auf den Ortsfriedhöfen von Rodingersdorf und Maigen bei Sigmundsherberg beigesetzt. Für alle übrigen stand bereits der eigens errichtete Lagerfriedhof zur Verfügung.

 

Auf dem heute abseits an der Trasse der Kaiser-Franz-Josephs-Bahn gelegenen Friedhof wurden laut Gedenkstein über 2.400 Soldaten (davon 2.363 Italiener) beerdigt. Allerdings werden auch andere Zahlen genannt, wenn auch in der gleichen Größenordnung.

 

1917 wurde von italienischen Kriegsgefangenen ein Denkmal in Form einer Frauenstatue errichtet, das den verstorbenen Kriegsgefangenen gewidmet ist. Nach dem Krieg wurde dieses Denkmal mit einer kleinen Kapelle überbaut.

 

Heute präsentiert sich der Lagerfriedhof als ebene Rasenfläche mit wenigen Steinkreuzen, der Kapelle und dem Friedhofskreuz.

 

Flieger-Arsenal

 

Zwischen Februar und März 1917 wurde neben dem Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg das Flieger-Arsenal errichtet. Hier sollten aus erbeuteten und abgeschossenen feindlichen Flugzeugen brauchbare Teile ausgebaut und einer Weiterverwendung in eigenen Flugzeugen zugeführt werden.

 

Aus den ins Flieger-Arsenal gebrachten Flugzeugteilen wurden die Armaturen und Instrumente ausgebaut und entweder reparier oder – wenn dies nicht möglich war – nach Metallsorten sortiert wieder verwertet.

 

Nicht sofort benötigte Bestandteile wurden hier gelagert.

 

Literatur

 

Rudolf Koch: „Im Hinterhof des Krieges – Das Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg“, ISBN 3-85028-347-X

 

 

 Ich erlaube mir, diese Geschichte auch in WIKIPEDIA zu veröffentlichen (GuentherZ)

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