k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institute

(Hernals und Ödenburg)

Der Zweck des k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Instituts war es, verdienten, kinderreichen und mittellosen Offizieren oder deren Witwen einerseits die Erziehung der Töchter zu erleichtern und andererseits diesen Töchtern eine Erziehung angedeihen zu lassen die es ihnen ermöglichte, in Familien der höheren und wohlhabenden Stände ihren Lebensunterhalt als Erzieherinnen zu verdienen.

 

 

Ein Vortrag des Hofkriegsratspräsidenten Andreas Graf Hadik von Futak bei Kaiser Joseph II. am 13. März 1775 war der Auslöser für die Gründung dieser scheinbar nicht zur k.u.k. Armee und den militärischen Institutionen in Wien passenden Institution. Graf Hadik wies darauf hin, dass Söhne aus Not leidenden Offiziersfamilien bei der Armee beziehungsweise in deren Schulen unterkommen könnten, für Töchter aber keinerlei soziale Absicherung vorhanden sei.

 

Kaiser Joseph II. sah in der Gründung des Officierstöchter-Erziehungs-Instituts aber auch die Gelegenheit, für die Töchter des höheren Adels gut ausgebildete Erzieherinnen heranzubilden.

 

Aufnahme

 

Aufnahme fanden laut „Reglement für das Hernalser Officiers-Töchter-Erziehungs-Institut“ aus dem Jahr 1859 ärarische, ständische und Privatstiftlinge, wie in diesem Reglement die weiblichen Zöglinge genannt werden. 63 der damals 70 Plätze im Institut waren ärarisch, also vom Militär finanziert und waren vom Militär ausgewählten Zöglingen vorbehalten.

 

Als militärische Zöglinge wurden nur Töchter von aktiven Offizieren im Alter von sechs bis acht Jahren aufgenommen. Entscheidend waren die Familienverhältnisse für die Aufnahme. Bevorzugt behandelt wurden verwaiste Mädchen – vaterlose Mädchen – mutterlose Mädchen – beide Elternteile leben. Um durch den Kaiser zum „Ärarial-Stiftling“ ernannt zu werden, spielten auch die militärischen Verdienste des Vaters eine Rolle, außerdem mussten die Mädchen römisch-katholisch sein.

 

Von dieser Einschränkung scheint man während der großen Reform abgewichen zu sein, denn ab 1878 wurde der evangelische Militär-Superintendent und Universitätsprofessor Doktor Johann Sebernig ebenso als Religionslehrer genannt wie zwischen 1880 und 1891 der griechisch-orientalische Archimandrit und Pfarrer in Wien Philarates Iannulis (Nachfolger ab 1891: Savas Poppoviciu, Militär-Erzpriester und Konsistorialrat).

 

Im Jahr 1877 wurden die Aufnahmeberechtigungen neu festgesetzt. So wurden jetzt vollwaise Mädchen – vaterlose Halbwaise (Vater gefallen oder im Dienst tödlich verunglückt) – invalid gewordene Väter – mutterlose Halbwaise – unbemittelte Eltern. Weiters wurden „Zahlplätze“ und „halbfreie Plätze“ (über die Kosten eines Zahlplatzes ist nichts bekannt) eingeführt. Aufgenommen wurden Mädchen im Alter von sieben bis dreizehn Jahren.

 

Im Jahr 1891 verfügten die beiden Standorte über insgesamt 234 Freiplätze durch die verschiedensten Stiftungsplätze. Die Zahl der Zahlplätze und der halbfrei-Plätze ist nicht bekannt.

 

Finanzierung

 

Um das neu gegründete Institut zu finanzieren, wurden dem Soldatenkinder-Fonds mit Genehmigung durch Kaiser Joseph II. 60.000 Gulden entzogen und in einem eigenen Fonds angelegt. Von den Zinsen des angelegten Kapitals wurden die Plätze finanziert. Durch Spenden, Ersparnisse und zusätzliche Gewinne wurde das Stammkapital immer wieder erhöht, wodurch die schrittweise Erhöhung der Plätze für die Zöglinge möglich wurden.

 

Den Ankauf des Hauses in Wien 1785 und dessen Adaptierungen wurden von Kaiser Joseph II. finanziert.

 

Unter Kaiser Franz Joseph I. und seiner Frau Elisabeth erlebte das Hernalser Institut durch eine von der Kaiserin ins Leben gerufenen Spendenaktion eine wesentliche finanzielle Besserstellung.

 

Sanatorium Hirtenberg

 

Das zuvor als Fabrik für Schießbaumwolle verwendete Schloss Hirtenberg an der Traisen wurde renoviert und 1880 vom k. und k. Reichs-Kriegs-Ministerium als Ferienheim für die Zöglinge bestimmt. Im Erinnerungsbuch für ehemalige Lehrkräfte und Schülerinnen „Die k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institute“ benennt es Doktor Karl Rosenberg als „Sanatorium Hirtenberg“.

 

Burg Sankt Petersberg (Tirol)

 

Die Burg Sankt Petersberg bei Silz im Inntal von Tirol wird im Internet unter anderem als ehemaliges Erholungsheim für Offizierstöchter genannt. Ob hier ein Zusammenhang mit einem Offizierstöchter-Erziehungsinstitut besteht, ist derzeit nicht geklärt.

 

“Die Safranprinzessin“

 

Der 2005 erschienene Roman „Die Safranprinzessin“ von Andrea Olsen handelt teilweise im Offizierstöchter-Erziehungsinstitut in Hernals.

 

Literatur

 

Reglement für das Hernalser Officiers-Töchter-Erziehungs-Institut“ – Wien: Österreichische Hof- und Staatsdruckerei, 1859

 

Adele von Arbter: „Aus der Geschichte der k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institute“ Wien: Verlag des Institutes zu Hernals, 1892

 

Karl Rosenberg: „Die k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institute in Wort und Bild“, Lichtdruckproduktion vom k.u.k. Militär-Geographisches Institute in Wien, 1896

 

k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institut Hernals

 

Die Geschichte des k.u.k. Officierstöcher-Erziehungs-Instituts Hernals als Ausbildungsstätte für Erzieherinnen begann ursprünglich in Sankt Pölten in Niederösterreich.

 

Sankt Pölten

 

Nachdem man in Wien keinen geeigneten und vor allem billigen Standort für das neu zu gründende Institut gefunden hatte, wurde es 1775 in Sankt Pölten in Niederösterreich angesiedelt. Nach längerem Suchen fand man am 25. November 1775 endlich eine geeignete Obervorsteherin (= Heimleiterin) und so konnte in einem gemieteten Haus am 14. Dezember 1775 mit zehn Mädchen der Betrieb aufgenommen werden. Unterrichtet wurden diese Mädchen bei den „Englischen Fräulein“ in einem vom übrigen Schulunterricht getrennten Raum.

 

1777 übersiedelten das Officierstöchter-Erziehungs-Institut in ein Haus, das näher zu den Englischen Fräulein gelegen war.

 

Kaiser Joseph II. besuchte 1779 das Institut und zeigte sich sehr zufrieden mit dem Betrieb. So gab er die Anweisung, die Obervorsteherin nicht mit Anweisungen und Belehrungen zu drangsalisieren. Von einem Geldgeschenk des Kaisers wurde für jeden Zögling ein silberner Löffel angeschafft.

 

Zwei Jahre später (1781) lobte der Hofkriegsratspräsident Andreas Graf Hadik von Futak ebenfalls die Obervorsteherin, da sie – je nach den finanziellen Möglichkeiten des Instituts – die Zahl der Ausbildungsplätze für die Mädchen erhöhte.

 

Ein Handschreiben des Kaisers vom 30. Oktober 1785 wies den Hofkriegsrat an, das Paulinengebäude in Hernals bei Wien sowie einen angrenzenden Acker anzukaufen. Das dafür notwendige Geld überwies Joseph II. dem Hofkriegsrat wenige Tage später. Die Entscheidung, ob das Haus in Sankt Pölten vom Militär weitergenutzt oder verkauft werden sollte, überließ er dem Hofkriegsrat.

 

Hernals (Wien)

 

Am 6. Oktober 1786 übersiedelten die damals bereits 30 Mädchen aus Sankt Pölten ins ehemalige Klostergebäude der Pauliner-Eremiten in der heutigen Kalvarienberggasse gegenüber der Kalvarienbergkirche in Hernals im heutigen 17. Wiener Gemeindebezirk.

 

Bei dieser Gelegenheit stellte Kaiser Joseph II. für das Institut – mit dem er sehr zufrieden war – einige neue Regeln auf. Die Zahl der „Stiftlinge“ erhöhte er auf 40 und legte das Aufnahmealter mit dem vollendeten 8. Lebensjahr fest. Um das Institut nicht zum Versorgungsheim „verkommen“ zu lassen, mussten die Mädchen mit 20 Jahren das Heim verlassen und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.

 

In einem Vortrag bat am 12. April 1777 der Hofkriegsratspräsident den Kaiser, ehemaligen Schülerinnen, die durch Krankheit oder andere Umstände arbeitsunfähig geworden waren, die Militärpension zuzugestehen. Dies geschah dann am 24. Oktober 1786 und hatte später auch indirekt Auswirkungen auf das k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institut Ödenburg.

 

Am 13. November 1786 besuchte der Kaiser das Institut erstmals in Hernals.

 

Aufgrund der isolierten Lage zwischen Weingärten und Äckern außerhalb Wiens wurden sechs Militär-Invalide zum Schutz gegen Einbrecher in das Heim verlegt.

 

Von 1789 bis 1801 leitete die Obervorsteherin des Offizierstöchtererziehungsinstituts auch das 1786 gegründete k.k. Civilmädchen-Pensionat.

 

Unter der Herrschaft von Kaiser Franz I. wurde der Hofkriegsrat angehalten, aufgrund der katastrophalen Finanzlage des Staates auch das Hernalser Institut zum Sparen anzuhalten, aber „ohne ihm zu nahe zu treten“.

 

Das Jahr 1808 brachte dem Institut die Anschaffung des ersten Wandspiegels!

 

Nach der gesunden Rückkehr von Kaiser Franz I. von der Völkerschlacht bei Leipzig beschlossen die niederösterreichischen Herrenstände, für sechs Zöglinge die Unterhaltskosten zu übernehmen. Am 16. Juni 1815 fand die feierliche Einführung des ersten Stiftlings unter Anwesenheit des niederösterreichischen Landmarschalls Graf von Dietrichstein als Vertreter der Stände und des Generals der Kavallerie Fürst Rosenberg als Vertreter des Hofkriegsrats statt.

 

Ein kaiserliches Handschreiben vom 5. November [[1826]] ordnete halbjährliche Prüfungen des Bildungsstandes der Mädchen an, ähnlich wie es im k.k. Civilmädchen-Pensionat schon üblich war. Dadurch erhielt erstmals die Schulen-Oberaufsicht Einblicke, aber auch Einfluss auf die Verhältnisse im Institut. Der Diözesan-Schulenoberaufseher hatte dem Kaiser über diese Prüfungen einen eingehenden Bericht zu erstatten. An dem von der Oberaufseherin und ihren Unteraufseherinnen erteilten Unterricht fand er nichts auszusetzen, hatte aber einige Verbesserungsvorschläge. Die härteste Kritik betraf den – besonders bei Schlechtwetter – nachlässigen Messbesuch der Schülerinnen am Sonntag. Dies brachte der Oberaufseherin eine strenge Ermahnung des Kaisers ein, den Messbesuch der Mädchen streng zu kontrollieren. Der Antrag der Oberaufseherin auf Einstellung eines geprüften Deutschlehrers wurde vom Hofkriegsrat abgelehnt.

 

Für eine anlässlich dieser Prüfungen abgehaltenen Feier schrieb Franz Grillparzer ein Gedicht.

 

Nach Klagen über den allgemeinen baulichen Zustand und der beengten Verhältnisse wurde das Institutsgebäude am 16. März 1854 kommissioniert. Als Ergebnis wurde das Haus renoviert, neue Möbel sowie einige Bilder und Spiegel für die Schlafräume angeschafft. Auf Fürsprache des Armeeoberkommandos gab Kaiser Franz Joseph I. 43.000 Gulden aus der ersten Staats-Wohltätigkeitslotterie frei für einen Zubau, der zwischen 1857 und 1858 errichtet wurde. Aufgrund des dadurch verbesserten Platzangebots genehmigte der Kaiser am 5. November 1857 die Anhebung der Stiftsplätze auf 70.

 

Das Armee-Oberkommando erteilte am 14. April 1859 den Befehl, dass das Institut den Namen „k.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institut“ anzunehmen habe.

 

Im Jahr 1874 wurde im Kriegsministerium die Idee geboren, zusätzlich zu den Privat-Erzieherinnen auch Lehrerinnen für öffentliche Schulen auszubilden. Für diesen Plan, für den vor allem Geld nötig war (Lehrer, Lehrmittel, …), gewann Adolf von Wurmb, Vorstand der 6. Abteilung im k.k. Reichskriegsministerium Kaiserin Elisabeth als Fürsprecherin. Diese spendete aus Anlass des bevorstehenden 100jährigen Bestandsjubiläums selbst 10.000 Gulden und rief eine Spendenaktion ins Leben.

 

Am 21. Juni 1876 bestimmte Kaiser Franz Joseph I. 150.000 Gulden dieser Spendenaktion für einen weiteren Erweiterungsbau und die Renovierung der bestehenden Bauten. 10.000 Gulden sollten für die Einrichtung des Instituts und die Ausstattung der neu aufzunehmenden Stiftlinge verwendet werden. Der Rest des Spendengeldes wurde ebenfalls zugunsten des Instituts angelegt, um die Zahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen. Die so gewonnen zusätzlich 43 Plätze bekamen den Namen „Kaiserin-Elisabeth-Stiftung“.

 

Die Arbeiten am Zubau, in den auch Wasser aus der Wiener Hochquellenleitung eingeleitet wurde, begannen am 29. Juli 1876.

 

Das Jahr 1876 brachte aber noch weitere Neuerungen: Das Kriegsministerium ordnete an, dass die Zöglinge eines der beiden Ferienmonate während des Sommers bei ihren Eltern oder anderen Verwandten verbringen durften, sofern diese darum ansuchten, die Reisekosten übernahmen und für eine angemessene Reisebegleitung sorgten. Weiters bekamen die weiblichen Zöglinge einmal im Monat sonntags Ausgang, um die Eltern oder Verwandte besuchen zu können. Einige Jahre später wurde der „Heimaturlaub“ während des Sommers auf die gesamte Dauer der Sommerferien von zwei Monaten erhöht. Mit dieser Maßnahme sollte verhindert werden, dass die zukünftigen Lehrerinnen zu weltfremden Personen erzogen wurden.

 

Für die langjährige Obervorsteherin, die daran gewohnt war, dass die Mädchen schriftlich mit ihren Angehörigen Kontakt hielten oder von diesen im Institut besucht wurden, dieses sonst aber außer zu Messbesuchen kaum verlassen durften, waren die gewährten neuen Freiheiten gemeinsam mit den kommenden Änderungen des Schulbetriebs zu viel. Im Alter von 75 Jahren trat sie in den Ruhestand. Drei der vier Untervorsteherinnen, die mit ihr gemeinsam unterrichtet hatten, verließen ebenfalls das Institut.

 

Am 1. Jänner 1877 übernahm Adele von Arbter die Leitung des Instituts, gleichzeitig mit ihr traten zwei und wenig später eine dritte neue Untervorsteherin den Dienst an. Die neue Leiterin führte einige Neuerungen für den Schulbetrieb ein, beispielsweise eine regelmäßige Lehrerkonferenz oder auch Glockensignale, die den Beginn und das Ende der Unterrichtsstunden signalisieren sollten.

 

Der neue Lehrplan für die neue Ausbildungsstätte für die Lehrerinnen an Volks- und Bürgerschulen wurde mit Allerhöchster Entschließung durch Kaiser Franz Joseph I. am 24. Juli 1877 genehmigt und anschließend veröffentlicht. Daraufhin wurde das Lehrpersonal des Instituts aufgestockt. Neue Unterrichtsgegenstände waren Geometrie, Buchführung, Gesang, Haushaltskunde und Turnen. Zusätzlich standen je nach der Nationalität der Schülerinnen auch noch die böhmische (tschechische) oder ungarische Sprache auf dem Lehrplan.

 

Nachdem der Kaiser und die Kaiserin Elisabeth schon am 18. Februar das Institut besucht hatten, so kamen sie am 4. Oktober des gleichen Jahres aus Anlass der Eröffnung des neu errichteten Traktes („Elisabeth-Trakt“) nach Hernals.

 

Ebenfalls 1877 wurde die Art der Zusammenarbeit der beiden Offizierstöchter-Institute geregelt. Die neu zugegangenen Zöglinge erhielten in Ödenburg den Volksschul- und Bürgerschulunterricht. War dieses Ziel erreicht, übersiedelten sie nach Hernals, um hier die pädagogische Ausbildung zu erhalten. Für die Zöglinge aus Ödenburg brachte diese Regelung den Vorteil, dass auch sie in den Genuss der noch auf Kaiser Joseph II. zurückgehenden Militärpension Anrecht hatten. Die ersten 13 Zöglinge wechselten im September des Jahres 1877 nach Hernals.

 

Mitte Februar des Jahres 1878 brach im Institut eine Typhus-Epidemie aus. Trotzdem kam Kaiserin Elisabeth nach Hernals auf Besuch und ließ sich anschließend regelmäßig über den Gesundheitszustand der erkrankten Mädchen berichten. Auf Anordnung des Reichskriegsministeriums übersiedelte die Obervorsteherin mit 68 gesund gebliebenen Mädchen nach Baden bei Wien in den Sauerhof, um dort das Ende der Epidemie, an der zwei Zöglinge im Institut und ein weiteres Mädchen bei ihrer Familie verstarben, abzuwarten. Erst am 10. Mai konnte die Rückkehr nach Hernals erfolgen.

 

Nachdem im Jahr 1880 die ersten Schülerinnen erfolgreich die Reifeprüfung ablegten, genehmigte am 1. August 1881 das Reichskriegsministerium auf Bitten und Antrag des Lehrkörpers die Gründung einer Übungsschule für externe Schüler.

 

Aus Anlass der Silberhochzeit des Kaiserpaares stiftete Kaiser Franz Joseph I. aus seiner Privatschatulle 20 Freiplätze im Offizierstöchterinstitut, die so genannte „Franz-Joseph-Elisabeth-Stiftung“. 1881 stiftete der Kaiser anlässlich der Hochzeit des Thronfolgers Rudolf mit Stephanie weitere zehn Freiplätze.

 

Den wegen der Silbernen Hochzeit am 24. Juli 1879 veranstalteten und von Hans Makart organisierten Festzug auf der Wiener Ringstraße erlebten die Zöglinge des Instituts vom Plateau des äußeren Burgtors mit. Am nächsten Tag sandte die Kaiserin eine Torte nach Hernals, die für 130 Personen reichte.

 

Am 17. Dezember stellte das Reichskriegsministerium das zuvor als Fabrik für Schießbaumwolle dienende und frisch renovierte Schlösschen von Hirtenberg als Ferienheim zur Verfügung („Sanatorium Hirtenberg“).

 

Mit dem Schuljahr 1881/1882 wurde die Übungsschule eröffnet. Im gleichen Schuljahr kaufte das Reichskriegsministerium für die geplante Erweiterung zwei Häuser an der Hernalser Hauptstraße. Die Grundsteinlegung für den nach Plänen des Architekten Eugen Schweigl zu errichtenden Gartentrakt fand am 15. Oktober 1881 statt. Fertig wurde dieser Bau zu Beginn des Schuljahrs 1883/1884.

 

Prinz Prisdang von Siam besuchte am 22. November 1881 ebenso das Institut wie wenig später die Kronprinzessin Stephanie. Feldmarschall Erzherzog Albrecht Friedrich von Österreich beehrte am 20. Februar 1882 den Ball der Zöglinge eineinhalb Stunden lang mit seiner Anwesenheit und einer Spende von Bonbons und Orangen. Diese Spende ließ er ab diesem Zeitpunkt alljährlich am Faschingmontag dem Institut zukommen.

 

Um auch den Schülerinnen des Offizierstöchterinstituts, die dem Lehrplan für die Ausbildung zur Lehrerin nicht gewachsen waren, eine abgeschlossene Berufsausbildung angedeihen zu lassen, beschloss das Kriegsministerium auch die Ausbildung zur Kindergärtnerin einzuführen. Aus diesem Grund wurde im Schuljahr 1882/1883 ein Kindergarten eröffnet (18. September). Für dessen Besuch mussten die Eltern zwei Gulden bezahlen. Der bisher kostenlose Besuch der Übungsschule kostete ab dem Jahr 1883 einen Gulden Schulgeld. Diese Einnahmen mussten an die Militär-Kassa abgeliefert werden.

 

Da zahlreiche Mädchen nach der Absolvierung des einer Bürgerschule entsprechenden Unterrichts noch zu jung waren für den Eintritt ins Pädagogium (mindestens 15 Jahre) und oft auch zu schwach, wurde im Schuljahr 1887/1888 eine Vorbereitungsklasse eingeführt. Ältere und gut vorbereitete Zöglinge konnten direkt überwechseln.

 

Am 13. Mai 1888 wurde auf dem heutigen Maria-Theresien-Platz zwischen Naturhistorischem und Kunsthistorischen Museum das Denkmal von Maria Theresia enthüllt. Da diese eine Mitbegründerin des Instituts war, waren auch die Schülerinnen des Offizierstöchter-Erziehungsinstituts dabei. Im Institut fand aus diesem Anlass ein Festmahl statt.

 

Ursprünglich wurden den Mädchen zum Besuch der Heiligen Messe in der dem Institut gegenüber gelegenen Kalvarienbergkirche zwei Oratorien zum Messbesuch zugewiesen. Mit steigender Zahl der Stiftlinge wurde der Platz zu wenig, so dass man schließlich dazu überging, diese in zwei und später drei Gruppen zu den Heiligen Messen zu führen. Die Bewilligung des Reichskriegsministeriums, dass ab dem 1. Oktober 1881 mit Zustimmung des Pfarrers von Hernals eine eigene Messe für das Institut abgehalten werden dürfe, half nicht viel. Denn während dieses Gottesdienstes durfte das Kirchentor nicht abgeschlossen werden und so waren auch zahlreiche andere Gläubige anwesend.

 

Aus diesem Grund ersuchte die Obervorsteherin in einem Schreiben den Vorstand der 6. Abteilung des Reichskriegsministeriums um den Bau einer eigenen Kapelle. Dieses Bauvorhaben wurde beim Kriegsministerium beantragt. Erste unverbindliche Pläne für diese Kapelle und andere dringend benötigte Räumlichkeiten wurden vom Architekten Richard Jordan und dem Stadtbaumeister Josef Schmalzhofer erstellt. Am 23. März 1888 erteilte der neue Kriegsminister Freiherr von Bauer die Genehmigung für den Bau und bereits am 3. April 1888 war Baubeginn.

 

Eingeweiht werden sollte die fertige Kapelle am 19. November 1888, dem Namenstag des Kaisers. Da dieser aber wegen des Todes von Herzog Max Joseph, des Vaters der Kaiserin Elisabeth, nach Bayern reisen musste, wurde diese Feierlichkeit auf den 21. November verschoben, wo sie dann in Anwesenheit des Kaisers, des Kronprinzen Rudolf und seiner Gattin Stephanie , der Erzherzoge Wilhelm von Österreich und Rainer von Österreich, des Ministerpräsidenten Taffee, des Reichskriegsministers Freiherr von Bauer und anderen Würdenträgern geweiht wurde.

 

Gleichzeitig mit dem Bau der Kapelle und weiteren Räumlichkeiten wurde auch ein eigenes Krankenhaus errichtet. Zu diesem Zweck wurden die im Schuljahr 1881/82 erworbenen Häuser Hernalser Hauptstraße 57 und 59 abgebrochen. Im Parterre des Gebäudes wurden Verkaufsgewölbe errichtet, welche vermietet wurden.

 

Ein Allerhöchster Befehl vom 17. Oktober 1889 ordnete an, dass von nun an die Armee, all ihre Teile, Organe und Anstalten die Bezeichnung „kaiserlich und königlich“ zu führen hätten – und somit auch die k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institute in Hernals und Ödenburg.

 

Das Ende des Jahres brachte noch zweimal hohen Besuch. Im Oktober besuchte Madame de Reutern vom kaiserlich-russischen Mädchen-Erziehungsinstut Moskau das Institut und am 19. Dezember die kaiserlich-japanische Prinzessin Arizugawa Takihito.

 

Da Frau Adele von Arbter, Obervorsteherin des k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Instituts in Hernals und seit dem 5. November 1888 Trägerin des Goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone, das Buch „Aus der Geschichte der k. u. k. Officierstöchter-Erziehungsinstitute“ im Jahr 1892 schrieb, liegt leider über die weitere Geschichte des Erziehungsinstituts in Hernals wenig Konkretes vor.

 

Zwischen 1915 und 1935 war die als Geologin und Mineralogin aktive Hilda Adele Theresia Gerhart am k.k. Offizierstöchterinstitut (in der Zwischenkriegszeit: Bundeserziehungsanstalt für Mädchen Wien 17) als Lehrerin tätig.

 

1918 übernahm die Republik Deutsch-Österreich Schule und Haus. Als staatliche Schule hieß diese Schule „Bundeserziehungsanstalt für Mädchen Wien 17“. Die Schülerinnen übersiedelten 1934 in die Boerhaavegasse im 3. Bezirk. Diese Schule heißt heute „Höhere Internatsschule des Bundes Wien“ und ist ein Gymnasium.

 

In der Deutschen Oberschule, die sich bis 1934 als Nachfolgerin im Haus befand, maturierte im Schuljahr 1927/1928 Hertha Firnberg, die zwischen 1971 und 1983 Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung wurde.

 

k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institut Ödenburg

 

Mathilde Zahradnik, geborene Gräfin Bolza, gründete einen Verein, der ein Institut errichten sollte, welches während der Revolutionskämpfe von 1848/1849 verwaiste Töchter von Offizieren unterstützen sollte.

 

 

Am 25. März 1850 kam es zur Gründung des „Frauen-Vereins zur Erziehung verwaister mittelloser Officiers-Töchter in Ödenburg“. Die Statuten des Vereins wurden dem Reichskriegsministerium zur Würdigung und Sanktionierung vorgelegt, wo zunächst nichts geschah. Erzherzog Albrecht Friedrich von Österreich als Militärgouverneur von Ungarn aber gab seine Zustimmung und auch das Ministerium des Inneren befürwortete diese Vereinsgründung und so kam es bereits am 8. Mai 1852 zur Genehmigung durch Kaiser Franz Joseph I.

 

Zu den ersten Spendern gehörten unter anderen die Kaiserinnen Elisabeth und Carolina Auguste sowie die Erzherzöge Albrecht und Carl Ferdinand. Feldmarschall Josef Wenzel Radetzky von Radetz spendete 1852 8.000 Gulden unter der Bedingung, dass das Institut innerhalb von fünf Jahren aktiv werden müsse. Widrigenfalls sollte diese Summe dem „k.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institut“ in Hernals bei Wien zugute kommen. Dieses Beispiel des Feldmarschalls löste wiederum eine Spendenwelle unter Armeeangehörigen aus, so dass etwa 2/3 des Stammvermögens des Vereins (1855: 56.625 Gulden) von diesen stammte.

 

Die oben erwähnte Summe reichte zwar noch nicht aus, um ein Haus für das Institut anzukaufen, doch die ersten 12 Zöglinge wurden aufgenommen und dem Ursulinen-Kloster in Ödenburg zur Erziehung übergeben. Zur Freude des Vereins entzog das Armeeoberkommando diesen Mädchen früher gewährte Erziehungsbeiträge und Gnadengaben nicht wieder.

 

1856 stiftete Feldmarschall-Lieutnant David Kräutner von Thatenberg einen Freiplatz.

 

Bis 1857 war zwar das Vereinsvermögen Dank weiterer Spenden auf eine Summe von 80.000 Gulden gestiegen, was aber immer noch nicht für ein eigenes Haus für das geplante Institut reichte. Feldmarschall Radetzky gewährte daraufhin eine Fristerstreckung um zehn Jahre.

 

Das Wiener Großhandlungs-Gremium widmete 1859 13.900 Gulden zur Gründung von zwei Stifungsplätzen und auch Feldmarschall-Lieutnant Morzin stiftete zwei Plätze.

 

Im Jahr 1866, ein Jahr vor dem Ende der von Graf Radetzky gesetzten Frist, holte der Verein bei der „Knaben-Erziehungs-Anstalt Friedrich Lähne“ in Ödenburg ein Gutachten über die Finanzierbarkeit der Errichtung des Instituts ein. Auf Grund der Aussage, dass ein für 25 Plätze ausgelegtes Institut mit dem vorhandenen Kapital nicht finanzierbar sei, wandte sich der Verein an das Kriegsministerium, welches die Spende des unterdessen verstorbenen Feldmarschalls Radetzky verwaltete, mit der Bitte um eine neuerliche Fristerstreckung. Diese wurde 1867 für drei weitere Jahre gewährt.

 

Beinahe wäre auch diese Frist abgelaufen, ohne dass der Verein ein eigenes Gebäude vorweisen und das Institut seine Tätigkeit aufnehmen konnte – wodurch die Summe von 8.000 Gulden wohl endgültig verloren gewesen wäre – vermachte die Feldmarschall-Lieutnants-Witwe Caroline Freiin von Werner 30.000 Gulden dem Verein, was das Vereinskapital auf eine Summe von rund 200.000 Gulden hochtrieb.

 

Dies ermöglichte es dem Verein endlich, am 11. März 1869 den Kauf des Hauses von Alexandrine von Nagy in Ödenburg um 25.000 Gulden und dessen notwendige Adaptierungen zu beschließen.

 

Seit 1862 wurden auf Vereinskosten 24 Zöglinge im Ursulinen-Kloster verpflegt. Nun wurde beschlossen, um den älteren von ihnen eine weitergehende Ausbildung zu ermöglichen, diese ins Stift der Englischen Fräulein nach Pest zu schicken. Nur die noch nicht 18jährigen Mädchen sollten vom Verein ins neue Institut übernommen werden – das waren 16 Mädchen.

 

Mit dem Kauf des zukünftigen Institutsgebäudes brach aber innerhalb des Vereins ein Richtungsstreit über den zukünftigen Beruf der Zöglinge aus, mit welchem sie ihren zukünftigen Lebensweg finanzieren sollten. Zur Wahl stand die Ausbildung als Lehrerinnen und Erzieherinnen oder lediglich eine „bürgerlich-häusliche Erziehung“. Schließlich setzten sich jene Vereinsmitglieder durch, die für den Beruf der Lehrerinnen und Erzieherinnen plädierten.

 

Die Leitung des Instituts war Aufgabe einer Obervorsteherin, die von zwei – später drei – Untervorsteherinnen beim Schulunterricht und der Erziehung der Mädchen unterstützt wurde.

 

Die Zöglinge wurden in zwei Klassen geteilt, die das Lehrziel von Volks- und anschließend Bürgerschule zu erreichen hatten. Daran schloss en sich drei Jahre mit der Aufgabe einer Lehrerinnen-Präparandie an. Für die in diesem Abschnitt unterrichteten Gegenstände (Physik, Chemie, Geometrie, Zeichnen, französisch, englisch, Gesang, Turnen, Handarbeiten) wurden auch externe Lehrkräfte herangezogen. Klavierunterricht wurde ebenfalls erteilt, aber nur dann, wenn die dafür anfallenden Kosten von Angehörigen des Zöglings getragen wurden.

 

Aufgenommen wurden die Mädchen in einem Alter von acht bis zwölf Jahren, die Erziehungsdauer sollte zehn Jahre betragen. Die Bedingungen hier im Institut in Ödenburg entsprachen also weitgehend jenen in Hernals.

 

Am 15. September 1870 zog die Obervorsteherin Maria Mingazzi di Modigliano – eine ehemalige Schülerin des Offizierstöchter-Erziehungsinstituts in Hernals – mit den ersten Schülerinnen ins neue Haus.

 

Das königlich-ungarische Unterrichts-Ministerium genehmigte im Jahr 1874, dass die ersten vier Zöglinge ihre Abschlussprüfung an einer öffentlichen Lehrer-Präparandie ablegen durften, welche auch erfolgreich absolviert wurden.

 

Im Institut in Ödenburg war alles ruhig und friedlich, im Verein hingegen herrschte Aufruhr. Es gab wieder einen Richtungsstreit, diesmal wollte eine Gruppierung den Verein von seiner ursprünglichen Bestimmung – verwaiste Offizierstöchter zu unterstützen – abbringen, was heftige Vereinssitzungen zur Folge hatte. Die Vereinspräsidentin – Feldmarschall-Lieutnants-Witwe Freiin von Fromm – drohte sogar mit ihrem Rücktritt, sollte sich die Zielsetzung des Vereins ändern. Trotzdem wurden diese Änderungsbestrebungen immer stärker.

 

Ein in Wien zusammengetretenes Offizierskomitee beauftragte Kameraden, bei der nächsten Generalversammlung des Vereins in Ödenburg einen Antrag auf Auflösung des Vereins zu stellen. Die daraufhin folgende Abstimmung brachte eine Mehrheit von 985 zu 143 Stimmen für die Auflösung. Die Vereinsstatuten verlangten für eine Auflösung eine Mehrheit von 7/8 der Stimmen und diese wurde nicht erreicht.

 

Der Garnisonskommandant von ÖdenburgGeneralmajor Baron Heinold – unterstützte das Offiziers-Komitee mit Ratschlägen. Am 29. April 1876 war die nächste Generalversammlung und diesmal sorgte die Anwesenheit einer großen Zahl von Armeevertretern für eine Mehrheit von 1637 zu 7 Stimmen.

 

Das k.u. Ministerium des Inneren genehmigte den Beschluss, das Institut unter die Leitung und Oberaufsicht des gemeinsamen Kriegsministeriums in Wien zu stellen.

 

Einem gewählten fünfköpfigen Komitee wurde der Auftrag erteilt, das Vereinsvermögen dem Kriegsministerium zu übergeben und gemeinsam mit diesem einen Stiftbrief abzufassen, damit das Institut als unantastbare Stiftung unter dem Titel: „Stiftung des Frauenvereines zur Erziehung und Bildung verwaister k.k. Officierstöchter des gemeinsamen Heeres“ künftig fortbestehe.

 

Am 22. März 1877 übernahm der Garnisonskommandant von Ödenburg das Vereinsvermögen, um es nach Wien ins Kriegsministerium zu bringen.

 

Im Juli 1877 begannen die Arbeiten an der Errichtung zweier Hofflügel, die die Zahl der Plätze für Zöglinge auf 40 erhöhen sollte. Unter der Leitung von Hauptmann im Geniestab, Edmund Ritter von Brason, Lehrer an der k.k. Militär-Akademie in Wiener Neustadt, wurden die Arbeiten im September des gleichen Jahres abgeschlossen.

 

Ebenfalls 1877 wurde die Art der Zusammenarbeit der beiden Offizierstöchter-Institute geregelt. Die neu zugegangenen Zöglinge erhielten in Ödenburg den Volksschul- und Bürgerschulunterricht. War dieses Ziel erreicht, übersiedelten sie nach Hernals, um hier die pädagogische Ausbildung zu erhalten. Für die Zöglinge aus Ödenburg brachte diese Regelung den Vorteil, dass auch sie in den Genuss der noch auf Kaiser Joseph II. zurückgehenden Militärpension Anrecht hatten. Die ersten 13 Zöglinge wechselten im September des Jahres 1877 nach Hernals.

 

1879 wurde eine provisorische Turnhalle errichtet, die aber 1889/1890 ebenso wie das angekaufte Haus „Lange Zeile 8“ demoliert wurde, um das 1883 aufgestockte Hauptgebäude zu vergrößern. Die Straßenfront des Instituts wurde damit wesentlich verlängert.

 

In Gegenwart von Kaiser Franz Joseph I. wurde am 1. Juni 1884 in der neu errichteten Kapelle des Instituts die erste Heilige Messe gefeiert.

 

Ein Allerhöchster Befehl vom 17. Oktober 1889 ordnete an, dass von nun an die Armee, all ihre Teile, Organe und Anstalten die Bezeichnung „kaiserlich und königlich“ zu führen hätten – und somit auch die k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Institute in Ödenburg und Hernals.

 

Da trotz der immer wieder erfolgten baulichen Erweiterungen nur ein kleiner Teil der Gesuche um Aufnahme positiv erledigt werden konnte, bat General FeldenhauserLeiter der Abteilung VI im Reichskriegsministerium und damit zuständig für Militärschulen und -erziehungsansalten – Camilla Freiin von Bauer, die Gattin des Reichskriegsministers, um Hilfe bei der Erschließung neuer Geldquellen. Die Baronin fand hohe und einflussreiche Damen, die ihr bei der Verwirklichung dieses Vorhabens helfen wollten. Kaiserin Elisabeth übernahm das Protektorat über dieses Komitee. Sie gestattete auch, dass diese Stiftung anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter, Erzherzogin Marie Valerie von Österreich Valerie-Stiftung“ genannt wurde.

 

Im Februar 1891 erließ das Komitee einen Spendenaufruf, der großen Erfolg hatte. Bedeutendster Spender war Erzherzog Albrecht, dieser spendete das Kapital zur Finanzierung eines Freiplatzes, der auch den Namen seines Spenders tragen sollte. Insgesamt ging Geld ein für 17 Freiplätze.

 

Da Frau Adele von Arbter, Obervorsteherin des k.u.k. Officierstöchter-Erziehungs-Instituts in Hernals und seit dem 5. November 1888 Trägerin des Goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone, das Buch „Aus der Geschichte der k. u. k. Officierstöchter-Erziehungsinstitute“ im Jahr 1892 schrieb und es scheinbar keine weiteren (deutschsprachigen) Quellen gibt, liegt leider die weitere Geschichte des Erziehungsinstituts in Ödenburg im Dunkel.

 Ich erlaube mir, diese Geschichte auch in WIKIPEDIA zu veröffentlichen (GuentherZ)

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