Panna Marie Pomocná bei Zlaté Hory - Wallfahrtskirche der Heiligen Maria, Beschützerin der Geborenen

Das Marienbild über dem Haupteingang der Kirche.

The picture the Holy Maria above the main entrance of the church.

Eine Darstellung aus dem Buch

Illustrierter Führer durch das Sudetengebirge, dessen Kurorte, Heilanstalten und Sommerfrischen mit besonderer Berücksichtigung des Bades Karlsbrunn

 von Josef Lowag aus dem Jahr 1903

A representation from the book Illustrierter Führer durch das Sudetengebirge, dessen Kurorte, Heilanstalten und Sommerfrischen mit besonderer Berücksichtigung des Bades Karlsbrunn of Josef Lowag from the year 1903

 

"Mariahilf, Wallfahrtsort südlich von Zuckmantel. Markierung gelb-rot, rot Mariahilf. Von Mariahilf führt die rote Spitze der weiß-roten Markierung zur St. Anna-Kapelle. Gehzeit 3/4 Stunden, die gründe Spitze der grün-gelben Markierung nach Hermannstadt. Gehzeit 3/4 Stunden. Der markierte Weg geht von der Reichsstraße, welche über Hermannstadt von Würbenthal  kommt, bei einem Wegweiser rechts ab nach Mariahilf.

Der Wallfahrtsort liegt an einem östlichen Vorsprung des Quer- oder Alt-Hackelsberges, dem sogenannten Gottesgabenberg, inmitten hochstämmigen Waldes. Vor der schönen großen Wallfahrtskirche ist ein geräumiger ebener  Platz mit einem steinernen Kreuze in der Mitte, rechts und links schließen  Verkaufsbuden den Platz ein, in welchen verschiedene Wallfahrtsartikel feilgeboten werden.

Gleich neben der Kirche blickt man in einen tiefen Abgrund und ringsum im Walde befinden sich Schluchten und Pingen eines vor Jahrhunderten hier betriebenen Bergbaues.

Im weiten Kreise um die Kirche liegen im Walde zerstreut eine große Anzahl von kleinen Kapellen, "Höhlen" genannt, mit Heiligenbilden und geschnitzten Heiligenfiguren.

Sämtliche von allen Richtungen nach Mariahilf führende Wege  sind mit Kreuzwegstationen versehen.

Mit einem Wagen gelangt man nach Mariahilf, wenn man von Zuckmantel auf der Reichsstraße gegen Hermannstadt (Borwitz) fährt und dann die rechts abzweigende Straße nach Mariahilf einschlägt.

Neben der Wallfahrtskirche befindet sich ein allen Anforderungen entsprechendes Gasthaus.

Das Innere der Kirche mit dem Gnadenbilde "Mariahilf" auf dem Hochaltar ist reich ausgeschmückt und das herrschende Halbdunkel stimmt zur Andacht.

An die Gründung dieser Wallfahrtskirche schließen sich mehre Sagen. Das Marienbild soll sich einst in der Kapelle eines Einsiedlers in Einsiedel befunden haben und wurde von einem des Weges ziehenden Pilger nach dem Tode des Einsiedlers aus der dem Verfalle nahen Kapelle entnommen und in die Pfarrkirche nach Zuckmantel gebracht. Während des 30jährigen Krieges soll das Bild, um es vor Vernichtung zu schützen, im Walde vergraben worden sein, wo es später wunderbarer Weise an an einem Baume hangend aufgefunden wurde, an dessen Stamme man eine kleine hölzerne Kapelle für das Bild erbaute.

Eine andere Sage erzählt, dass zur Zeit des 30jährigen Krieges, als im Jahre 1647 die Bewohner Zuckmantels vor den heranrückenden Schweden in die Wälder flohen, eine Fleischersfrau an der Stelle der jetzigen Mariahilf-Kirche von einem Knaben entbunden wurde, welcher in der Taufe den Namen Martin erhielt; die Fleischersfrau hieß Anna Thannheiser. Martin Thannheiser äußerte oft den Wunsch, ein Marienbild malen zu lassen und dasselbe an seiner Geburtstätte Walde anzubringen. Thannheiser starb zu Neustadt (Oberschlesien) am 3. August 1714, aber erst seine Tochter Dorothea Weiß, Tuchhändlerin  in Neustadt, kam dem oft geäußerten Wunsche ihres Vaters nach und ließ das Marienbild malen und an der bewussten Stelle an einem Baume anbringen.

Bald verbreiteten sich unter der Bevölkerung verschiedene Kunden von sich bei dem Bilde zugetragenen Wundern.

Es wurden Sammlungen eingeleitet und im Jahre 1745  eine hölzerne Kapelle erbaut. Im Jahre 1805  ließ der damalige fürstliche Waldmeister Hannich die Kapelle, zu welcher schon große Prozessionen Wallfahrer zogen, auf eigene Kosten vergrößern und überließ dem Schuhmacher Anton Weese, welcher den Dienst eines Kapellendieners übernahm, ein in der Nähe befindliches hölzernes Jägerhäuschen zur Wohnung, in welchem sich Weese einen Kaffee- und Bierschank für die Wallfahrer einrichtete.

Unter der Regierung Kaiser Josef II. waren wie an anderen Orten die Wallfahrten zur Mariahilf-Kapelle verboten worden, wurden aber im Jahre 1819 wieder behördlich gestattet. Infolge reichlich fließender Spenden, durch welche tausende von Gulden zusammenkamen, ließ der Erzpriester von Zuckmantel, Dr. Philipp Dittrich, im Jahre 1834  den Grundstein zur gegenwärtigen Kirche legen, welche im Jahre 1841 im Bau vollendet und am 8. September desselben Jahres feierlich eingeweiht wurde.

Gehzeit 1 Stunde"

Kursiver Text aus:

Josef Lowag: Illustrierter Führer durch das Sudetengebirge, dessen Kurorte, Heilanstalten und Sommerfrischen mit besonderer Berücksichtigung des Bades Karlsbrunn,

W. Krommer, Verlagsbuchhandlung, Freudenthal, 1903

Der langgestreckte, von Arkaden eingesäumte Vorplatz der Kirche. Über dem Haupteingang eine Darstellung des Gnadenbildes.

The place long, lined from arcades in front of the church. Above the main entrance a representation of the grace picture.

Das Innere der wieder erbauten Wallfahrtskirche bei Zlaté Hory (Zuckmantel). Die gebogenen Linen sind ein Produkt des verwendeten Objektivs und entsprechen nicht der Realität!

The interior of the again built pilgrimage church near Zlaté Hory (Zuckmantel). The curved lines are a product of the used lens and do not correspond to the reality!

"...

Die Kriegsfurie des dreißigjährigen Krieges zog, Leben und Eigentum der Bewohner unseres Vaterlandes Schlesien und der Nachbarländer vernichtend über die blutgetränkte Erde und so erscholl eines Tages auch der Schreckensruf "Die Schweden kommen!" durch die Gassen und Häuser der alten Bergstadt Zuckmantel.

Panischer Schrecken erfasste die bisher in ihrer stillen Gebirgsheimat friedlich lebenden Bewohner bei dem Herannahen der entmenschen Kriegshorden, die weder Gnade noch Barmherzigkeit kanten und bei denen Raub, Mord und Plünderung zu den täglichen Vorkommnissen gehörten.

Die Bewohner rafften daher alles zusammen, was sie fortzuschaffen imstande waren und flohen in die an Verstecken und Schlupfwinkeln reichen Wälder des Gebirges, die menschenleere Stadt ihrem Schicksale überlassend, welche von den Schweden eingeäschert wurde; dies geschah im Monate Juli 1647.

Unter den vor den Schweden Fliehenden befand sich auch der Fleischhauer Martin Thannheiser mit seiner jungen, in gesegneten Umständen gehenden Frau und seiner greisen, hoch in den siebziger Jahren stehenden Mutter. Alle drei trugen schwer an ihren mitgenommenen Habseligkeiten und suchten im Walde des Alt-Hackelsberges nach einem sicheren Versteck.

Auf de Höhe des Gottesgabberges, sogenannt von dem hier ehemals bestandenen Bergwerke Gottesgabe, unter einer hundertjährigen Buche machten die Flüchtlinge halt und Thannheiser begann mit Hilfe einer mitgenommenen Hacke aus schwachen Baumstämmen und Ästen, an dieser entlegenen Stelle eine Hütte zu bauen, die Wertsachen und das Geld verbarg Thannheiser in dem Stollen eines alten verlassenen Bergwerkes. Als Thannheiser die nur notdürftig gegen Wind und Wetter schützende Hütte fertig hatte, trugen die beiden Frauen trockenes Moos und Laub herbei, um davon ein Nachtlager zu bereiten.

So verging der Tag und die Nacht brach herein. Roter Feuerschein am nördlichen Horizont gab Kunde, dass die Schweden in der Gegend hausten und ihre Zerstörungswut fortsetzten. Schon eine Woche hatte Thannheiser mit Frau und Mutter in seinem Waldversteck  gewohnt und von den mitgenommenen Lebensmitteln gelebt, als ihm seine Frau einen Knaben gebar.

Die Lebensmittel gingen zur Neige und da Thannheiser auch für das neugeborene Kind und dessen Mutter so manches benötigte, fasste er den Entschluss, nach Zuckmantel zu gehen, um zu spähen, ob die Schweden noch in der Gegend wären. Vorsichtig hinter Mauern und Gebüschen hinschleichend, kam Thannheiser in die Stadt und trotz der grauenhaften Verwüstung, welche sich hier seinen Augen bot, frohlockte sein Herz. Die Schweden waren fort und sein Haus hatte, da es etwas seitwärts stand, der angelegte Brand verschont.

Thannheiser eilte in den Wald zurück, um seinen Angehörigen, die während seiner Abwesenheit Stunden der Angst und Sorge durchlebt hatten, die Freudenbotschaft bringen.

Noch am selben Tage zog Thannheiser mit den Seinen zurück nach Zuckmantel, wo er den ihm im Walde von seiner Gattin geborenen Knaben auf den Namen Martin taufen ließ.

Als der junge Martin Thannheiser 28 Lebensjahre zählte, starb sein Vater und wenige Jahre später seine Mutter. Er hatte das Gewerbe seines Vaters, die Fleischhauerei erlernt, nach dem Tode des Vaters geheiratet und dessen Fleischbank und Gastgeschäft übernommen, jedoch gingen nach Beendigung des dreißigjährigen Krieges die Geschäfte äußerst schlecht.

Mit Schauder blickten die der Vernichtung des Krieges entgangenen Bewohner auf die Trümmer dreißigjähriger Zerstörung zurück, mit Schmerz und Wehmut sahen sie verwilderte Felder, verödete Städte und Dörfer und niedergebrannte Burgen und Schlösser, rings umher im Lande.

Viele Menschen waren den Drangsalen der Zeit unterlegen, andere wanderten, um den Religionsverfolgungen zu entgehen, in fremde Lände aus. Eine unerhörte Teuerung aller Lebensbedürfnisse, ein vollständiges Stocken aller Gewerbe und des damit verbundenen Arbeitsmangels waren die Nachwehen der langen Kriegszeit; das Land war verarmt und die Bevölkerung zu Bettlern geworden.

Martin Thannheiser war ein frommer Mann und öfter als einmal hatte er den Wunsch geäußert, ein Muttergottesbild malen zu lassen und an dem Orte seiner Geburt, an der alten Buche zu befestigen, aber die dürftigen Verhältnisse in denen er lebte, verhinderten ihn an der Ausführung seines Vorhabens.

In späteren Jahren veräußerte Martin Thannheiser seinen Besitz in Zuckmantel und übersiedelte mit seiner aus Frau und Tochter bestehenden Familie nach Neustadt in Oberschlesien, wo er am 3. August 1714 starb.

Thannheisers Tochter Dorothea verehelichte sich mit dem Tuchhändler Benjamin Weiß in Neustadt.

***

Es war ein kalter stürmischer Dezember, welcher sich seinem Ende zuneigte. Brausend und heulend fuhr der Wintersturm, den Schnee vor sich hertreibend, durch die Gassen der Stadt Neustadt, welche heute verödet aussahen, obwohl es einen Tag vor dem Heiligen Abend war, an dem sonst reges Leben in der Stadt herrschte. Heute aber, bei diesem wütenden Schneesturme blieben die Einwohner lieber zu Hause am warmen Kachelofen sitzen und drehten das surrende Spinnrad.

Der Sturm häufte den Schnee mannshoch in den Gassen und an den Häusern entlang auf, so dass derselbe an manchen Stellen bis an die Fenster der Häuser und noch höher reichte.

Hungrigen Raben und Krähen umkreisten die Wohnungen der Menschen. Sperlinge und Goldammern kamen in Schuppen und Scheuern, um Schutz vor dem Unwetter zu finden und um den Hunger zu stillen nach verstreuten Getreidekörnchen zu suchen.

Schon dämmerte nach dem kurzen Wintertage der Abend und durch die Fenster der Häuser schimmerte das Licht angezündeter Buchen- und Kienspäne.

Da wühlte sich eine menschliche Gestalt durch die Schneewehen der Gasse. Ermattet hielt dieselbe aber gleich bei dem ersten Hause still und klopfte an die verschlossene Haustüre. An dem Hause war eine Tafel mit der Aufschrift: „Benjamin Weiß, Tuchhändler“ angebracht. Eine noch junge Frau öffnete die Türe und fragte, was der Einlass Begehrende wünsche.

„Ach gute Frau!“, begann dieser, „gewährt mir eine Herberge für diese Nacht, ich bin vom Waten in dem tiefen Schnee bei diesem furchtbaren Wetter todmüde und kann unmöglich mehr weiter gehen ohne umzusinken.“

Die Frau musterte den Ankömmling mit scharfen Blicken. Derselbe war ein großgewachsener Mann in mittleren Jahren mit einem Schnurr- und Spitzbarte. Seine Kleidung, nun über und über mit Schnee bedeckt, war nach vornehmen Schnitt und sein ganzes Wesen verriet einen Menschen von feiner Lebensart.

„So tretet ein“, sagte die Hausfrau und schritt dem Fremden voran, nachdem sie zuvor die Tür geschlossen hatte, in die Wohnstube. Hier herrschte angenehme Wärme.

Der Tuchhändler Benjamin Weiß, ein freundlicher biederer Mann, welcher mit seinen vier Kindern am Tische saß, hieß den Angekommenen sich seiner von Schnee und Eis starrenden Oberkleider zu entledigen und beim Tische Platz zu nehmen, da die Frau das Abendessen bald auftragen würde, an welchem er teilnehmen könne.

Der Fremde, sichtlich erfreut, gute Menschen gefunden zu haben, tat wie ihm Weiß geheißen, nahm einen großen Kasten, welchen er durch daran angebrachte Riemen über die Achseln auf dem Rücken trug, ab, setzte denselben auf eine Bank, zog seinen Überrock aus, nachher die Schuhe, und legte dafür ein Paar Pantoffeln an, welche ihm die Hausfrau brachte, dann setzte er sich  gleich den anderen zum Tische und ließ sich das aufgetragene Nachtmahl wohl munden.

Nach dem Mahle erzählte er, dass er ein wandernder Künstler, ein Maler sei, von Ort zu Ort ziehe, um da für eine Kirche, dort für eine Kapelle oder einen Hausaltar gegen geringes  Entgeld Heiligenbilder zu malen.

Je länger der Fremde sprach und schließlich von seinen weiten Reisen und mannigfachen Abenteuern erzählte, um so größeres Interesse fand Benjamin Weiß und dessen Ehefrau Dorothea an ihm.

Der Maler nannte sich Camillo Kutzerino und bezeichnete Welschland als seine Heimat.

Schließlich öffnete er seinen schwarzen Kasten, entnahm demselben Kohlenstift und Papier, ersuchte Weiß, dessen Frau und Kinder kurze Zeit ruhig zu sitzen, während er zu zeichnen begann.

Nach Verlauf von kaum einer Viertelstunde legte der Maler dem Tuchhändler die wohlgetroffenen Bildnisse der Familie vor, wie Eltern und Kinder nach der Reihe um den Tisch saßen, obenan Benjamin Weiß, dann dessen Frau und Kinder.

Der Tuchhändler war über die Kunst des Malers entzückt, desgleichen auch Frau Dorothea. Der Maler erhielt ein gutes Nachtlager und da es schon ziemlich spät am Abend war, begab man sich zur Ruhe.

Da hatte Frau Dorothea in derselben Nacht einen sonderbaren Traum. Sie sah im Träume ihren verstorbenen Vater, welcher sie aufforderte, ein Bild der Muttergottes malen zu lassen und dasselbe an jener Buche am Gottesgabberge anzubringen, unter welcher er geboren wurde, damit sein im Leben gemachtes Gelübde erfüllt werde. Der Verstorbene beschrieb den Ort genau und machte die Mitteilung, dass sein Name in die Rinde des Baumes eingeschnitten sei.

Frau Dorothea erzählte am Morgen den Traum ihrem Manne und beide Eheleute einigten sich, von dem Maler Kutzerino ein Muttergottesbild anfertigen zu lassen. Dieser war sogleich bereit und begann an dem Bilde zu malen, blieb auch als Gast über das Weihnachtsfest im Weiß´schen Hause.

Einige Wochen nach Weihnachten war das Bild fertig und der Maler zog von Benjamin Weiß und dessen Frau reichlich entlohnt weiter.

Wie alles auf unserer Erdenwelt, so nahm auch der Winter von 1717 bis 1718 mit seiner grimmigen Kälte und seinen Schneestürmen ein Ende und der warme, belebende Strahl der Frühlingssonne spendete der erstarrten Erde wieder neues Leben. Warme Lüfte wehten wie ein Werdehauch Gottes über Ebenen und Berge und die schlummernden Keime der Gräser und Pflanzen, die im Winterschlaf liegende Tierwelt erwachte und machte sich frei aus den Fesseln des starren Winters.

An einem wunderherrlichen Maimorgen des Jahres 1718 machte sich Benjamin Weiß mit seiner Ehefrau Dorothea, die das Marienbild, welches Weiß mit einem schönen Rahmen hatte umgeben lassen, in ein Tuch eingewickelt trug, auf den Weg nach dem Orte, wo Martin Thannheiser im Walde geboren worden war.

Wohl hatte Thannheiser  seiner Tochter, als diese noch ein junges Mädchen war, einmal die Stele seiner Geburt gezeigt, doch bedurfte es jetzt stundenlanges Umherwandern und Suchen im Walde, ehe man die alte Buche mit den in die Ringe eingeschnittenen Anfangsbuchstaben des Namens Martin Thannheiser fand.

Endlich waren die beiden Eheleute an Ort und Stelle. Benjamin Weiß schlug mit einem Hammer einen mitgebrachten eisernen Haken in die mehrere hundert Jahre alte Buche und befestigte das Muttergottesbild daran.

Dann machte sich Weiß mit seiner Frau, innerlich von dem Gedanken befriedigt, das Gelübde des verstorbenen Vaters erfüllt zu haben, auf den Heimweg nach Neustadt.

***

Schon mehrere Jahre lang hatte das einsame Muttergottesbild an der Buche gehangen, nur wenige Menschen waren seither zu der entlegenen Stelle mitten im Walde gekommen, und die wenigen ahnten nicht, welche Bedeutung das Bild hatte.

Da durchstreifte ein Schneider namens Samuel Richter, einem Dohnenstrich folgend, den Wald und erblickte plötzlich das Bild an der Buche.

Der Schneider war ein gottesfürchtiger Mann, kniete vor dem Bilde nieder, um seine Andacht zu verrichten.

Während er betete, schien es ihm, als ob Lichtstrahlen von der Gestalt Mariens mit dem Jesukinde ausgingen.

Richter erzählte, was er gesehen zu haben vermeinte, in Zuckmantel und die Kunde von dem Muttergottesbilde verbreitete sich schnell in der ganzen Gegend.

Zuerst suchten einzelne Personen das Bild auf, um vor demselben in stiller Waldeinsamkeit zu beten, bald aber wallfahrteten mehrere zusammen und schließlich ganze Prozessionen zu dem Bilde.

Viele Wallfahrer behaupteten, es wären bei dem Bilde neue Wunder geschehen und so wurde das wundertätige Muttergottesbild bald der Gegenstand allgemeiner Verehrung.

Dasselbe wurde auf Verlangen de Bewohner von Zuckmantel am 21. September 1729 von der Buche inmitten des Waldes abgenommen und in die Pfarrkirche nach Zuckmantel übertragen und an dessen statt wurde eine von einem Zuckmantler Maler angefertigte Kopie des Originalbildes, welches sich heute noch in der Zuckmantler Pfarrkirche am Hauptaltare befindet, an der Buche im Walde angebracht, für welches durch fromme Gaben im Jahre 1745 eine hölzerne Kapelle errichtet wurde, zu welcher bald zahlreiche Pilgerscharen wallfahrteten.

Der fürsterzbischöfliche Waldmeister Hannich, welcher ein besonderer Verehrer Mariens war, ließ im Jahre 1805 die Mariahilfkapelle bedeutend vergrößern, bis im Jahre 1834 der damalige Erzpriester in Zuckmantel Dr. Philipp Dittrich von den Opfergaben der Wallfahrer die gegenwärtige gemauerte Kirche an der Stelle der ehemaligen hölzernen Kapelle erbauen ließ, welche im Jahre 1841 im Bau vollendet und am 8. September, dem Tage Maria Geburt desselben Jahres feierlich eingeweiht wurde.

Macht schon die Umgebung des Gnadenortes mitten im prächtigen Forste einen tiefen Eindruck  auf das Herz und Gemüt des Besuchers, so stimmt das Innere der einfach schönen Kirche mit dem herrschenden Halbdunkel und den Licht- und Schattenbildern, welche die vom Wind bewegten Baumwipfel durch die Kirchenfenster werfen, zur wahren Andacht. Die flimmernden Lichter des Hochaltares mit dem Gnadenbild und dem farbigen Fenster im Hintergrunde, welches den Namen Mariens zeigt, die inbrünstigen Gebete der Wallfahrer, das Geläute der Glocken und der Gesang de ankommenden und abziehenden Prozessionen bleiben jedem gemütsvollen Menschen unvergesslich, welcher an einem schönen Frühlings- oder Sommertage Mariahilf besucht.

Kursiver Text aus:

Josef Lowag: Sagen und Geschichten aus dem Altvatergebirge,

W. Krommer, Verlagsbuchhandlung, Freudenthal, 1904

(Weggelassen wurde von mir lediglich die Einleitung, eine sehr allgemeine Schilderung des Waldes)

Bei einem Seiteneingang konnten wir durch eine - verschlossene - Gittertüre einen Blick ins Kircheninnere werfen.

Und auch wenn es so aussieht, unser Petr ist kein "buckliger Hund"!

Near a side entrance we could fling a look through a - shut - grating door into the church interior.

And even if it looks like this, our Petr is not any "crooked dog"!

Belegte Angaben über die Zahl der Wallfahrer, die Mariahilf bei Zlaté Hory (Zuckmantel) aufsuchten, gibt es keine. Schätzungen zufolge waren es vor dem Zweiten Weltkrieg jährlich 80.000 bis 100.000 Menschen.

Eigentlich sollte die Kapelle unter Kaiser Joseph II., der alle Wallfahrten verbot, abgerissen werden. Es fand sich jedoch niemand, der bereit war, diesem Befehl Folge zu leisten. Nur das Marienbild wurde in die Pfarrkirche von Zuckmantel gebracht und durch eine Kopie ersetzt. Noch im Jahr 1803 wurde sogar der Einsatz von Militär zur Durchsetzung dieser Anordnung angedroht.

Den Zweiten Weltkrieg selbst überstand die Wallfahrtskirche unbeschadet. Für das vorläufige Ende dieser Stätte sorgten erst die kommunistischen Machthaber mit ihrem Kampf gegen die Religion. Anfangs war die für die Öffentlichkeit unter fadenscheinigen Vorwänden geschlossene Kirche ein Spielplatz für Vandalen. Am 22. September 1973 schließlich wurde die Wallfahrtskirche gesprengt und dem Erdboden gleichgemacht.

Nach dem Ende des kommunistischen Regimes wurde mit dem Wiederaufbau der traditionsreichen Wallfahrtskirche begonnen und anlässlich seines Besuches in Velehrad segnete Papst Johannes Paul II. den Grundstein. Am 23. September 1995 wurde die neu errichtete Wallfahrtskirche vom Olmützer Erzbischof Jan Graubner geweiht.

Die Wallfahrtskirche finden Sie südlich von Zlaté Hory (Zuckmantel) etwas westlich der Straße nach Heřmanovice (Hermannstadt).

No gives busy information about the number of the rampart drivers that consulted Mariahilf with Zlaté Hory (Zuckmantel) it. According to estimates it was 80.000 to 100.000 people annually before the Second World War.

Actually the chapell should be torn down under emperor Joseph IIth, to forbid all pilgrimages. It nobody to whom it was ready to achieve result to this order found herself, however. Only the picture of the Holy Maria was brought into the parish church from Zuckmantel and replaced by a copy. Still in the year 1803 even the use was threatened with by military for the enforcement of this order.

The pilgrimage church survived the Second world war itself regardless of. For the temporary end of this place guaranteed first the communist ruler with their fight against the religion. At the beginning the church closed for the public under thin pretexts was a playground for vandals. On 22nd September 1973 finally the pilgrimage church was exploded and leveled with the earth.

To the end of the communist regime the reconstruction of the pilgrimage church rich in tradition was begun and on the occasion of his visit in Velehrad Pope Johannes Paul II blessed. the foundation stone. On 23rd September 1995 the again constructed church of pilgrimage church was inaugurated by the Olmuetzer archbishop Jan Graubner.

You find the pilgrimage church a little south of Zlaté Hory (Zuckmantel) west of the street after Hermanovice (Hermannstadt).

Zurück zum Tagesplan