Karlova Studánka - Bad Karlsbrunn

Die Trinkhalle an der Hauptstraße von Karlova Studanka - Bad Karlsbrunn

The drinking-resonances at the main road of Karlova Studanka - Bad Karlsbrunn

Wie so viele Gebäude in Karlova Studanka - Bad Karlsbrunn aus Holz gebaut - das Kurhotel.

As so many buildings in Karlova Studanka - Bad Karlsbrunn built of wood - the health hotel.

"Seehöhe 779 Meter, 50° 3' nördlicher Breite und 35° 1' östlicher Länge

Verkehr: k.k. Post- und Telegraphenamt

Behörden: k.k. Gendarmerieposten

Geschichtliches: Karlsbrunn, dieses idyllische Fleckchen Gotteserde am Fuße des Altvaters, wo der kristallhelle Gesundheit und Lebensfreude spendende Mineralquell dem Felsengrund entsteigt, ist eine wahre Gabe Gottes, ein Geschenk, welches der allgütige Schöpfer der leidenden Menschheit gegeben.

Sagenumwoben liegt es da, ringsum von Bergen und Wäldern umschlossen, in friedlicher Stille abseits dem Getriebe der Welt, ein Märchenland im romantischen Tale der kleinen Oppa.

Wer die Karlsbrunner Mineralquellen zuerst entdeckte, wer zuerst aus ihnen trank, darüber hat für immer die Vergangenheit ihre Schleier gebreitet, aber eines ist gewiß, dass die heutige Maximilians-Quelle den Waldarbeitern und Eisenhüttenleuten von Hubertuskirch schon lange unter dem Namen die "Saure Wald-Quelle" oder der "Sauerbrunnen" bekannt war und von ihnen als Trinkwasser benützt wurde.

Um das Jahr 1697 war oberhalb des Sauerbrunnens, zur Nutzbarmachung der damaligen Urwälder und nahen Eisenerzlager, im Auftrage des Hoch- und DeutschmeistersFranz Ludwig, Pfalzgraf bei Rhein, eine Eisenschmelze, ein Eisenhammer, nebst einem Wohngebäude erbaut und "Hubertushütte" genannt worden, zu welchem sich noch ein Försterhaus gesellte, während ein Jägerhaus nebst einer dem heiligen Hubertus geweihten Kapelle schon seit früheren Zeiten bestand.

Das Ganze erhielt den Namen Hubertuskirch.

Gelegentlich eines Besuches der Hubertushütte durch den damaligen Statthalter des hohen deutschen Ritterordens auf der Herrschaft Freudenthal, Maximilian Xaver, Freiherr von Riedheim, wurde diese dadurch auf die "Sauer-Quelle" aufmerksam gemacht, dass, als er Trinkwasser verlangte, die Hüttenleute ihm Sauerbrunnen reichten.

Freiherr von Riedheim ließ im Jahre 1768  die "Sauer-Quelle" reinigen und von Steinen eine Einfassung herstellen.

Ein Freudenthaler Bürger namens Karl Riedel, welcher gichtkrank war, erhielt den Rat, gegen sein Leiden durch Eisenschlacken erwärmte Bäder zu gebrauchen. Derselbe begab sich zu diesem Zwecke im Jahre 1778 nach Hubertuskirch in die Eisenschmelzhütte, um dieses Mittel anzuwenden.

Der Hüttenarbeiter, welcher die Schlackenbäder bereitete, nahm anstatt gewöhnlichen Wassers Sauerbrunnen zu den Bädern, ob er schon die Heilkraft desselben zu solchen Zwecken kannte oder nicht, ist nicht klargestellt. Tatsache aber ist, dass Karl Riedel durch den Gebrauch dieser Bäder in kurzer Zeit gesund wurde.

Dieses günstige Ergebnis der Kur wurde bald in weiteren Kreisen bekannt und auch andere Personen versuchten zur Heilung ihrer Leiden mit Eisenschlacken erwärmte Sauerbrunnenbäder mit demselben Erfolg.

Infolge dieser glücklichen Kuren wurde anlässlich eines Besuches der Eisenhütten im Jahre 1780 der Hoch- und Deutschmeister Erzherzog Maximilian auf den Sauerbrunnen aufmeksam gemacht. Der Erzherzog ließ die Quelle noch im selben Jahre durch Professor Well in Wien untersuchen, welcher heilkräftige Mineralbestandteile in beträchtlicher Menge in dem Wasser fand. Dies veranlasste den Erzherzog, die Quelle reinigen und fassen zu lassen und dieselbe erhielt dem Erzherzog zu Ehren den Namen Maximilians-Quelle.

Im darauffolgenden Jahr 1781 ließ der Erzherzog Maximilian neben der Quelle ein Wohngebäude errichten und im Jahre 1782 ein Stockwerk auf dasselbe aufsetzen; in diesem Gebäude fanden Leidende, welche die Heilkraft der Quelle in Anspruch nahmen, Unterkunft.

Der Ruf der Heilquelle verbreitete sich schnell; von Nah und Fern kamen von Jahr zu Jahr immer mehr Kranke zum Kurgebrauch. Neben der Trinkkur kam auch die ursprüngliche Badekur, mit durch Eisenschlacken erwärmte Sauberbrunnenbäder zur Anwendung und so wurden zu diesem Zwecke im Jahre 1785 einige Badekammern aus Brettern erbaut.

Bald erwies sich das Wohngebäude für die jährlich steigende Zahl der Kurgäste zu klein und um in der Nähe des Sauerbrunnens Unterkunft zu finden, mieteten sich die zum Kurgebrauch Gekommenen in den benachbarten Orten Ludwigsthal und Klein-Mohrau ein, von wo aus sie die Quelle und das Bad besuchten. Die Kurbesucher gingen hin und wieder zurück, dadurch erhielt der neue Kurort den Namen "Hinnewieder"."

Bis wir in der kleinen Trinkhalle an die Reihe kamen, dauerte es eine Weile. Zahlreiche Einheimische deckten hier gratis und im wahrsten Sinne des Wortes kanisterweise ihren Mineralwasserbedarf.

Until we came onto the row in the small drinking-hall, it lasted a while. Numerous locals covered here freely and in the truest sense of the word can-wise their mineral water requirement.

 

Wir wechselten schließlich auch in eine andere Trinkhalle. Hier war das Angebot zwar nicht gratis, dafür aber die Auswahl größer. Und als "Wandgemälde" gab es eine Darstellung der ehemaligen Aussichtswarte auf dem Praded - Altvater.

Finally we changed also into another drinking-hall. Here the offer was not indeed free, for that, however, the selection larger. And as "wall paintings" there was a representation of the former observatory on the Praded - Altvater.

 

"Um Wohnungen für die Kurgäste zu beschaffen, wurden in den Jahren von 1795  bis 1803 mehrere ebenerdige Wohnhäuser erbaut und zwar das jetzige Verwalterhaus, damals Wohnung des Traiteurs, das Billardhaus, an dessen Stelle steht jetzt das Säulenhaus, das Inspektionshaus hat neben dem Traiteurhaus gestanden, das Herrenhaus, das Turmhaus und das massive Badehaus, gegenwärtig Posthaus.

In dieser Zeit wurde der erste Brunnenarzt und im Jahr 1803 der erste Brunnenverwalter angestellt.

In Jahre 1802 besuchte der damalige Hoch- und Deutschmeister Erzherzog Karl (Der Sieger bei Aspern) den im Entstehen begriffenen Kurort Hinnewieder. Eine schon bekannte, nach Schwefel riechende Sauerquelle, der "Waldbrunnen" genannt, wurde gefasst und nach dem Hoch- und Deutschmeister "Karls-Quelle" genannt.

Der Kurort erhielt von da ab (1803) dem Hoch- und Deutschmeister Erzherzog Karl zu Ehren den Namen "Karlsbrunn".

Im Jahre 1812 ließ der damalige Hoch- und Deutschmeister Erzherzog Anton eine dritte Quelle fassen und zum Kurgebrauch herrichten. Dieselbe wurde vom Professor Scholz analysiert und "Antons-Quelle"  genannt.

Während den Jahren von 1813 bis 1816 wurden die Parkanlagen, der Springbrunnen und die Promenadenwege in die den Kurort umgebenden Wälder geschaffen.

Die jährliche Zahl der Kurgäste stieg aber über alles Erwarten derartig, dass eine Vergrößerung des Kurortes zur Notwendigkeit wurde und so erbaute man im Jahre 1824 das Gasthaus, das Preußenhaus und eine hölzerne Kapelle.

Im Jahre 1827 wurde das Badehaus vergrößert und ein Stockwerk aufgesetzt. Im Jahre 1833 erbaute man das Fürstenhaus und im folgenden Jahr 1834 das Reservoirgebäude, an dessen Stelle jetzt das Hinnewiederhaus steht.

Das Innere der Kirche von Karlova Studanka - Eine der wenigen Kirchen auf unserer Fahrt, deren Tore geöffnet waren. Drinnen wurden wir aber von einer Glastüre gestoppt.

The interior of the church of Karlova Studanka - One of the few churches on our ride whose gates were opened. Inside we were stopped, however, from a glass door.

 

Im Jahre 1836 erfolgte die Erbauung des Kursaales und 1838 diejenige des Steinhauses, der jetzigen Villa Eugen; im selben Jahre wurde auch mit dem Bau der Kirche begonnen, welche 1840 vollendet und am 9. Juli desselben Jahres eingeweiht wurde.

In den Jahren von 1842 bis 1844 erfolgte der Bau des Badehauses und des Säulenhauses.

Im Jahre 1872 entstand das Terrassen- und das Schlackenhaus.

In den Jahren 1875, 1879, 1882 wurden Stockwerke auf das Verwalter-, Turm- und Herrenhaus gesetzt.

Im Jahre 1885 wurde die Hubertus-Villa (Restauration) erbaut.

In den Jahren 1890, 1892, 1894 erfolgte der Bau der Villen Paula (jetzt Oppahaus), Eugen und Wilhelm.

Im Jahre 1892 wurde mit dem Bau des neuen Kur- oder Badehauses begonnen und dasselbe 1893 eröffnet.

Im Jahre 1895 erbaute man den gegenwärtigen Pavillon über die "Wilhelms-Quelle" und der Brunnen erhielt eine neue Fassung.

Im Jahre 1899  wurde das Hinnewiederhaus und im Jahre 1901 das Arbeiterhaus erbaut; außer diesen hier angeführten Bauten entstanden im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts noch der neue Speisesaal beim Gasthause, das Stallgebäude, die Schupfen und Remisen.

Andere für Karlsbrunn wichtige Ereignisse waren: die Analyse der Maximilians-, Karls- und Antonsquelle nebst zwei namenlosen Quellen im Auftrag des Erzherzogs Anton durch Professor Meißner in Wien im Jahre 1828.

Im Jahre 1834 wurde die Molkenkur eingeführt und zur Molkengewinnung in der Einsattelung zwischen Mooslehne und Leierberg am Wege von Karlsbrunn nach Gabel eine Schäferei angelegt (alte Schäferei). Im Jahre 1860 wurde die neue Schäferei  unter dem Peterstein (Petersteinhütte) erbaut und die alte Schäferei aufgelassen.

Einen besonderen Aufschwung nahm Karlsbrunn durch den Bau der Straße von Würbenthal über Ludwigsthal, Karlsbrunn, Klein- und Groß-Mohrau nach Römerstadt in den Jahren von 1842 - 1845.

Bei Erdaufgrabungen im Jahre 1862 entdeckte man zufällig eine neue Quelle. Dieselbe wurde im Jahre 1864 von Professor Schneider in Wien analysiert, dann gefasst und dem damaligen Hoch- und Deutschmeister Erzherzog Wilhelm zu Ehren "Wilhelms-Quelle" genannt.

Im Jahre 1869 wurde die Wasserheil-Anstalt errichtet.

Im Jahre 1881 wurde eine neuerliche Analyse der Wilhelms-Quelle durch Professor Ludwig in Wien vorgenommen.

In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ging der Hochofen und Eisenhammer in Hubertskirch ein und an der Stelle des Eisenhammers wurde die Hubertusvilla erbaut.

Der Kurort gehört zur Katastralgemeinde Dürrseifen, Herrschaft Freudenthal und ist nach Klein-Mohrau eingepfarrt. Derselbe besteht gegenwärtig aus 21 Objekten und zwar aus 13 Wohnhäusern für die Kurgäste, 1 Wohnhaus für die deutschen Ordensschwestern, 1 Arbeiterwohnhaus, 1 Wohnhaus für zufällig Schwerkranke, 1 Badehaus, 1 Gasthaus, 1 Restauration, 1 Kursaal und 1 katholische Kirche.

Kursiver Text aus:

Josef Lowag: Illustrierter Führer durch das Sudetengebirge, dessen Kurorte, Heilanstalten und Sommerfrischen mit besonderer Berücksichtigung des Bades Karlsbrunn,

W. Krommer, Verlagsbuchhandlung, Freudenthal, 1903

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